Kritiken

Worteschmied Frizz Feick singt auf dem Idaturm

Event mit Kuschelfaktor

BAD EILSEN/BÜCKEBURG. Mitten im Harrl, genauer im Gastraum des Idaturms, hat Frizz Feick sein letztes Konzert in diesem Jahr gegeben. Weit über 100 Gäste wollten dem Reimeschmied dabei zuhören.

Auf die Idee muss man erst einmal kommen. Nicht an einem Ort innerhalb des Stadtgebiets hat Frizz Feick sein Jahresendkonzert gegeben, sondern weit draußen, auf dem Idaturm, wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen. Wer aber jetzt mit energischem Protest gerechnet hätte, der kennt die treuen Feick-Fans nicht. Kein Zittern, kein Zagen, eher war das Gegenteil der Fall: In einer langen Reihe zogen Alt und Jung den Harrl hinauf. Die einen sangen, die anderen unterhielten sich – Spaß hatten sie ganz offensichtlich alle. Und wer nach dem Konzert einfach zu kaputt war, wieder herabzusteigen, dem versprach Frizz Feick einen Platz in seinem Wagen. „Ich hab noch einen Platz frei, kann also noch jemanden mitnehmen“, sagte der Musiker.

Der Idaturm – zumindest an diesem Abend eine Mitfahrzentrale. Überhaupt: der Idaturm. Eigentlich ein richtig gemütliches Fleckchen Erde. Der tolle Rundumblick, die steinernen Wände: Gut, viel Platz ist nicht, vielleicht für rund 100 bis 120 Leute. Mehr waren es nicht und mehr hätten auch nicht kommen dürfen. Für große Konzerte mit richtig viel Publikum ist der eher schmale Turmanbau eben nicht gemacht.

Andererseits eignet sich der Turm ganz offensichtlich für kleine, intime Events mit Kuschelfaktor. Denn es war gerade diese Enge, die Feick und sein Publikum ganz nah zusammenbrachten. Direkt vor den Zuhörern sitzend, animierte er immer wieder zum Mitsingen, etwa bei „Kein Zuckerschlecken“, einem seiner vielen Ohrwürmer. Woran es lag, dass ihm zunächst nur ein müder Chor antwortete? Vielleicht war der Weg zum Idaturm doch zu steil gewesen. „Kein Zuckerschlecken“ rief Feick. „Kein Zuckerschl …“, entgegnete das Publikum müde. „Das ist ja wie in Bielefeld, da haben die auch nicht mitgesungen“, meinte Feick scherzhaft. Und drohte an, „drei Stunden lang ,kein Zuckerschlecken‘ zu singen, bis das klappt.“ Danach war der Chor plötzlich auffallend lautstark und kräftig. Feick nahm es zur Kenntnis und lächelte zufrieden.

Ansonsten zeigte sich der Wortakrobat aus Schaumburg einmal mehr von seiner besten Seite. Fast zwei Stunden lang spielte er queerbeet durch seine Alben – von „Panama“ über „Zu laut für Berlin“ bis hin zu „Woanders und hier“. Und wenn er nicht spielte, dann redete er. Über Gott und die Welt, über Hunde und über Kai Wingenfelder, den Sänger von „Fury in The Slaughterhouse“. Der habe ihm einen Plattenspieler geschenkt, erzählt Feick. Und obendrauf einen Packen Fury-Platten. Eine Geschichte, die neidisch macht.
Es folgt das elegische „Woanders und hier“, das trotz des zur Schau gestellten Wortwitzes direkt aus dem Herzen geschrieben zu sein scheint. „Komm nur schnell her – und dann bleib“ raunt Feick mit seiner leicht rauchigen Stimme. Als einer der wenigen deutschsprachigen Künstler gelingt es Feick so, gängigen Klischees aus dem Weg zu gehen und völlig kitschfrei über die Liebe zu schreiben und zu singen. Was an sich schon ein Meisterstück ist. Statt kiloweise Schmalz zu verstreichen bleibt Feick ganz klar: „Was in aller Welt treibt dich nach woanders? Warum in aller Welt bin ich dann noch hier?“, heißt es in einer Liedzeile. Das ist genial einfach und einfach genial. Wortwitz, eine tolle Melodie und große Gefühle – besser als bei Frizz Feick kann das nicht zusammen gehen. Wer Feick kennt, weiß, dass er ein exzellenter Beobachter ist, leise und ein bisschen ironisch, dabei aber immer humorvoll und mit einem Augenzwinkern. Sich selbst nicht ganz so ernst nehmen – das ist wohl eines der Geheimnisse für einen guten Liedtext.
Die Liebe, das Leben – das sind die Themen des Musikers aus Schaumburg. Mal entführt er in die Untiefen einer eifersüchtigen Beziehung, dann wieder geht’s nach „Panama“, das Feick ironisch als „Lied über die Heimat“ ankündigt. Entstanden sei „Unter dem Regenbogen“ als er, von Hamburg kommend, einen Regenbogen gesehen habe, berichtet Feick. Sofort habe er auf der Autobahn gehalten und ein Lied geschrieben. „Dabei gab es einen Rückstau von 15 Kilometern, das kam sogar im Radio.“ Wenn er heute höre, dass es einen Stau auf der Autobahn gebe, „dann denke ich, dass da jemand sitzt und an einem Song schreibt.“

Ist das Dichtung oder ist das Wahrheit? Und kann man das überhaupt voneinander trennen?! Es ist auf jedem Fall gut erzählt – auf den Punkt und ein ganz kleines bisschen Dada.

Wie heißt es doch so schön im „Regenbogen“-Lied: „Vorbei mit bonjour, tu me manquais trop, du fehltest mir so, mon amour, auf den Champs-Élysées hatte ich Heimweh, ich bin nach Haus geflogen und knutsch jetzt mit dir unterm Regenbogen.“ Das ist nur ein Beispiel für Feicks anarchische Wortakrobatik: ein exzellenter Aufschwung mit dreifachem Salto mortale. Je öfter man Feicks Lieder hört, desto lieber werden sie einem. Von Abnutzung keine Spur.

Unterm Strich bleibt also festzuhalten: Frizz Feick ist (immer noch) ein genialer Worteschmied. Der Bückeburger muss nur einige Tasten drücken, ein paar Töne singen – und schon purzeln einem die passenden Bilder durch den Kopf. „Schenk mir doch ein Lächeln, denn es wird Zeit, dich endlich wieder lächeln zu sehen“, singt er. Das geht nicht nur ins Ohr, das geht ins Herz. Dass Feick sich selbst nicht so ernst nimmt, zeigen Lieder wie „Schwarzweiß“, das unter anderem von seiner „ersten großen Liebe“, der „bezaubernden Jeannie“, berichtet. Eigentlich jedoch sei Lieutnant Uhura die Heldin seiner Kindheit gewesen, „leider reimt sich Uhura nicht so gut, also hab ich Jeanny genommen“, fabuliert Feick. Immerhin ist der folgende unsterbliche Reim zustande gekommen: „Ich vergesse meinen Jeannie-Spleen nie, für die bezaubernde Jeannie.“

Autor
Michael Grundmeier Reporter
sz|lz 3.januar 2017

Zu laut für Bückeburg? Ein bisschen mehr Publikum hätte man Frizz Feick bei seinem Konzert in der „Alten Schlossküche“ schon gewünscht. 50 Zuhörer – das ist für einen Liedermacher dieser Qualität eigentlich zu wenig und für die ehemalige Residenz eher ein Armutszeugnis.

Manchmal stimmt es scheinbar doch, was über den Propheten im eigenen Lied gesagt wird: dass er hier gar nichts oder besser zu wenig gilt. Denn während das neue, vierte Album von Frizz Feick in anderen Teilen Deutschlands gut aufgenommen wird, bleibt das Bückeburger Publikum erstaunlich zurückhaltend. So auch am Freitagabend, als in der schön eingerichteten „Alten Schlossküche“ eines der eher seltenen Konzerte Feicks stattfand.

Doch genug der „Publikums- Beschimpfung“, genug der Lobhudelei – die hat Frizz Feick nun wirklich nicht nötig. Im Gegenteil: Das neue Abum spricht für sich und ist das vielleicht reifste Werk des „Berufsmelancholikers“, der seine Wurzeln im Schaumburger Land hat. Das beginnt schon mit dem elegischen „Woanders und hier“, das Feick am Ende des ersten Teils singt und das – trotz des zur Schau gestellten Wortwitzes – direkt aus dem Herzen geschrieben zu sein scheint. „Komm nur schnell her und dann bleib“, raunt Feick mit seiner leicht rauchigen Stimme. Einmal mehr gelingt es ihm hier, gängiger Klischees aus dem Weg zu gehen und völlig kitschfrei über die Liebe zu singen. Was an sich schon ein Meisterstück ist! Wo andere kiloweise Schmalz verstreichen, bleibt Feick ganz klar: „Was in aller Welt treibt dich nach woanders? Warum in aller Welt bin ich dann noch hier?“ heisst es in einer Liedzeile. Das ist einfach genial und genial einfach! Wortwitz, eine tolle Melodie und große Gefühle – all das geht bei Feick problemlos zusammen.

Überhaupt sind es neben den spannenden Harmonien vor allem die fein abgewogenen Texte, die die neue Scheibe (Titel: Woanders und hier“) auszeichnen. Feick ist ein guter Beobachter, leise und ein bisschen ironisch, dabei immer humorvoll und mit einem Augenzwinkern. Fast alle Texte handeln von den großen Gefühlen, vom Lieben und vom Leben, von der Stadt und von Frauen. All das ist „liebensgefährlich“: so nennt Feick den ersten Titel. Liebe und Leben all das ist lebens – gefährlich, klar, aber auch lohnend. Feicks Teppich aus Worten sorgt so für ein Kopfkino, das sich parallel zur musikalischen Ebene entfaltet.

Auf welche Weise diese Texte entstehen, erklärt Feick in einem Interview: „Hinsetzen und über etwas schreiben geht gar nicht. Ich habe ständig ein Notizbuch dabei und notiere Dinge, die mir auffallen. Ich bin viel draußen unterwegs, beobachte und höre sehr gerne zu. Wenn ich in einem Cafè sitze, habe ich immer ein Ohr woanders. Sobald mir etwas auffällt, schreibe ich es in dieses Notizbuch. Irgendwann mache ich dann was daraus.“

Vier Alben hat Frizz Feick bisher eingespielt und sämtliche Alben sind an diesem Abend mit Stücken vertreten. Da wäre beispielsweise „Unter dem Regenbogen“ von „Panama“, das Feick ironisch „als Lied über die Heimat“ ankündigt und sogar den „Entstehungsprozess“ beschreibt: „Ich kam grad von Hamburg und sah einen Regenbogen. Da bin ich rechts rangefahren und habe dieses Stück geschrieben. Die LKW-Fahrer haben mich verflucht.“ Immerhin ergab sich so folgende eingängige Liedzeile: „Vorbei mit bonjour, tu me manquais trop du fehltest mir so, mon amour, auf den Champs-Elysées, hatte ich Heimweh, ich bin nach Haus geflogen und knutsch jetzt mit dir unter dem Regenbogen.“ Zu kitschig? Ach woher denn!

Kurzum: Frizz Feick ist und bleibt ein genialer Wortschmied, der die Dinge genau auf den Punkt bringen kann. „Schenk mir doch ein Lächeln, denn es wird Zeit, dich endlich wieder lächeln zu sehn“, singt er in der Alten Schlossküche und sofort purzeln einem die dazu passenden Bilder durch den Kopf. Feick, ein Beobachter, nein ein Ethnograf des Alltags, schlüsselt uns so manches auf, das sonst verschlossen bliebe.

Das ist nicht immer leicht verdaulich, manchmal sperrig, aber immer von großer poetischer Kraft.

Autor: Michael Grundmeier | Landeszeitung Bückeburg | 2015

Konzert im ASB-Bahnhof-Basche trifft genau den Geschmack der Zuhörer

BARSINGHAUSEN (red). Einen Konzertabend in besonderer Atmosphäre haben die Zuhörer am Sonnabend im ASB-Bahnhof-Basche genossen. Gedämpftes in sanfte Farben getauchtes Licht, sinnliche Klänge, Texte zum Mitfühlen und zwei Künstler, die ihr Handwerk verstehen. Kurzherum: Ein fantastischer Abend mit dem Duo Frizz Feick und George Kochbeck. “Die Ankündigung vom Konzert klang sehr interessant für mich, als ich es in der Zeitung gelesen habe. Ich genieße die Musik, obwohl ich eigentlich eher ein Freund von gutem, alten Rock ‘n’ Roll bin. Aber ich bin begeistert von dem Duo”, betont Armin Bailleu. Der Barsinghäuser fand nun endlich mal die Gelegenheit, ein Konzert der etwas anderen Musikart für ihn zu erleben. “Ich komme jetzt öfters in den ASB-Bahnhof zu Konzerten”, betonte er. Neben ihrem Album “Woanders und Hier” präsentierten Frizz Feick und George Kochbeck weitere Lieder, die einfach unter die Haut gingen. Und besonders die Jazz-Attitüden verbunden mit echtem Wortwitz waren es, die den musikalischen Abend einzigartig gut machten. So traf der Singer-Songwriter-Pop mit Jazz-Elementen genau den Geschmack des Publikums.  Text: J. Heumann-Friedrichs/ASB

Quelle: Deister Echo | 29.3.2015

Und so setzten George Kochbeck am Keyboard und Sänger Feick bei ihrem Konzert ohne große Erklärung zum musikalischen Angriff an, pur und wohltuend laut. „Zu laut“ – aber nur stellenweise und nur „für Berlin“, nicht für Wölpinghausen, nicht für den voll besetzten Saal.

Mit „Woanders und hier“ hat das Schaumburger Duo vor einigen Monaten das gemeinsame Album vorgestellt, aus dem sie auf der Bühne der „Kleinen Freiheit“ spielten. Feicks Lyrik plus Kochbecks Klangwelten: Was auf der CD noch meist voluminös von der fernsehmusikalischen Arbeit des Wiedenbrügger Keyboarders beeinflusst ist, gewinnt auf der Bühne klarere Konturen, ausdrucksvoll, eher als eingängiges Chanson gespielt und gesungen vom Bückeburger Feick.

„Wenn man die Musik von Frizz Feick vergleichen möchte, dann vielleicht mit Stefan Gwildis. Oder Konstantin Wecker. Nicht, dass der Frizz so klingen würde – aber die Songs auf „Woanders und hier“ fühlen sich so an: warm, sehnsüchtig, hautkribbelnd.“

Mai 2014 | von Victoriah Szirmai

Obwohl es sich bei Woanders und Hier schon um das vierte Album von Frizz Feick handelt, muss ich zugeben, bislang noch nie von dem Bückeburger Sänger, Songschreiber und Saxophonisten gehört zu haben. Seine neue Platte habe ich bestellt, weil mir die Augen angesichts der Liste der Gastmusiker schier übergequollen sind. Oooohhh, dachte ich, Joo Kraus! Dessen feinen Trompetenklang habe ich doch gerade erst auf Hattlers The Kite gehört! Genauso wie den Gitarristen Torsten de Winkel, dem auf Live in Glems genügend Spielraum gewährt wurde, mich zu betören. Und aaahhhh, dachte ich weiter, da ist ja auch noch die Lux! Eine Platte, auf der all diese großartigen Musiker mitspielen, kann ja gar nicht schlecht sein.

Ist sie auch nicht. Trotzdem, das sei an dieser Stelle vorweggenommen, verdient Woanders und Hier keine uneingeschränkte Empfehlung. Das hat nichts mit Feick selbst zu tun. Im Gegenteil. Mit zunehmendem Alter scheine auch ich, allen Roger Ciceros dieser Welt zum Trotz, zu beginnen, Musik und Muttersprachliches von reiferen Männern vermehrt zu schätzen – man denke hier nur an Künstler wie Stefan Gwildis! Nicht zuletzt nimmt mich für Frizz Feick prinzipiell ein, dass er sämtliche Klischees, die dem Liedermacher an sich nun mal anhaften, elegant zu umschiffen weiß. Einschlägige Genre-Akteure machen ja gern jahrzehntelang die Musik ihrer Jugend beziehungsweise über damalige Aufregerthemen, während sich Feick thematisch – nicht nur in Form der bekannten Single „Elektropost“ aus seinem Vorgängeralbum bLaUpAuSe –, aber auch musikalisch in Gestalt dezenter Elektrobeats Zeitgemäßem anzunehmen weiß, ohne sich à la „nur noch kurz die Welt retten/noch hundertachtundvierzig Mails checken“ dem von Mail-Junkies dominierten Zeitgeschmack anzubiedern.

Und selbst dort, wo der in folkloristisches Leinen Gewandte mit wettergegerbtem Gesicht noch so sehr den Jungen vom Dorfe zu geben versucht, der die Großstadt aufmischt, kann er nicht über die höchst urbane Lässigkeit hinwegtäuschen, die seiner Stimme innewohnt und ihn zu dem macht, was man als „echten Crooner“ bezeichnet. Dabei ist es gar nicht mal in erster Linie die Stimme Frizz Feicks, die ihn von vielen seiner Kollegen unterscheidet. Es sind seine Lieder und hier vor allem die sprachliche Akribie der Texte, die Feick den Ruf als Ausnahmesongwriter einbrachten. Musikalisch dagegen greift er gern auf die eine oder andere Jazz-Harmonik zurück, die er in der deutschen Singer/Songwriter-Landschaft schmerzlich vermisst. „Wenn andere das machen“, so der Künstler, „geht es meist ihn Richtung Soul“.

Davon ist auf Woanders und Hier tatsächlich nichts zu hören. Vielmehr besticht das Album durch einen hochdramatischen Auftakt samt jamesbondesker Streicherwucht, die den Filmmusikkomponisten in Produzent George Kochbeck (u.a. Tatort, Wolffs Revier, Balko, Stahlnetz etc.) nicht verleugnen kann. Auf die Spitze getrieben wird der nervenaufreibende Effekt durch Kraus‘ zwar gedämpfte, aber nicht minder einschneidende Trompetentöne, während Feick selbst dafür sorgt, dass es wohl kaum eine Frau gibt, die nicht gern „Liebensgefährlich“ wäre, „von dieser Sorte/die einen Raum alleine füllt/mit der geheimnisvollsten Aura/ganz in Schwarz gehüllt“.

Weicher, nahezu karibisch-wohlfühlig, geht es auf „Nicht mehr für dich“ zu, wobei der Text auch hier von Mord und Totschlag erzählt. „Liebe“, raunt der Chor fein ironisch mit Achtzigerjahreanklängen, „vorbei! Mein großes Herz ist wieder frei“, während Feick trotzt: „Steck Dir deine Liebe an den Hut/Dir das zu sagen tut so gut!“ Auf dem leicht an Van Morrisons „Have I Told You Lately“ erinnernden Titelsong dann tritt Feick, der seinen ersten klassischen Klavierunterricht bei Wilhelm Drinkhut, Lehrer eines gewissen James Last, erhalten hat, erstmals auch als Bläser in Erscheinung. An die bezwingende Atmosphäre des Albumauftaktes reicht dieser Song aber nicht heran. Erst, als der volle Streichereinsatz auf „Zu laut für Berlin“ abrupt von einer mit viel Hall versetzten, nur von vereinzelten Percussions durchbrochenen Stille abgelöst wird, findet Feicks Stimme, der zu lauschen köstliche Freude bereitet, wieder einen angemessenen Boden, um die Hörer mit dem hinterlistigen Peter-Fox-Zitat „Guten Morgen, Berlin“, das hier allerdings mit „ich bin zu laut für dich!“ fortgesetzt wird, zu erheitern. Hier passt es, dass Kochbeck mit allem, was sein Mischpult so hergibt, eine godzillagewaltige Wall of Sound auffährt, während die Produktion bei Stücken wie der Manfred-Maurenbrecher-Komposition „Viel zu schön“ mitunter arg synthetisch ausfällt. Ein paar Streicher weniger hätten es hier auch (und besser) getan! Auch die uferlose Spätachtziger/Anfangsneunziger-E-Gitarre, die noch nicht retro genug ist, um schon wieder cool zu sein, muss ich nicht unbedingt haben.

Ganz im aktuellen Musikkontext kommt Frizz Feick wieder mit „Sowas von egal“ an, das im Stil eines Max Mutzke mellow-soulig vor sich hingroovt und seinen Tribut an den Zeitgeist durch die unvermeidliche Erwähnung eines sozialen Netzwerks in Blau zollt. Zugegebenermaßen hat das Ding Radiohitqualitäten – mir persönlich ist der musikalisch etwas sperrigere Feick jedoch lieber. Womit ich allerdings nicht an Stücke wie das extrem filmmusikmäßige „Ohne ein Wort“ denke, dessen Refrains unter der Last von Boxereinmarschhymnenproduktionsbombast zusammenzubrechen drohen und dem nicht zuletzt angesichts des Einsatzes dieser überladenen Chöre die alte, aber nichtsdestoweniger gültige Maxime „weniger ist mehr“ gut getan hätte. Und spätestens an diesem Punkt von Woanders und Hier beschließe ich, dass ich Feick zwar mag, mir von ihm aber ein Unplugged-Album wünsche, eins, wo nichts gniedelt, nichts schwillt und nichts widerhallt.

Nehmen wir zum Beispiel „Haus hinterm Hügel“, ein Stück, das ich einfach nur so von Akustikgitarre begleitet unheimlich gern hören würde, denn ja, dieses gebetsmühlenartig widerholte Mantra vom Hügel, das hat schon was, und das heraufbeschworene Szenario des häuslichen Friedens muss in einem unbeobachteten Moment auch den größten Zyniker wehmutsvoll aufseufzen lassen. An sich ein schöner Song.

Ohnehin die Songs! Die rechtfertigen den Besitz der Platte. Den Kampf um jedes einzelne Wort kann man nachspüren, die Geschichten Feicks kognitiv und emotional nachempfinden. Des cineastisch übersteigerten Thrills durch Überproduktion hätte es hierzu nicht bedurft. Im Gegenteil, so manches Mal scheint mir die Produktion doch schon sehr in Richtung eines ästhetisch höchst zweifelhaften Deutschrocks Maffay’scher Provenienz abzudriften. Dies ist umso bedauerlicher, da diese Lieder ursprünglich nicht so angelegt sind. Die Schlussballade „Famose letzte Worte“ versöhnt dann aber wieder etwas: Hier passt dieses hallende Anfangsneunziger-Schlagzeug, das mich fatal an Lisa Fishers How Can I Ease The Pain erinnert, perfekt, und auch Feick selbst läuft hier noch einmal zu einer derart abgeklärt-lässigen Hochform auf, dass er fortan nicht nur als erstklassiger Songschreiber, sondern auch als Vokalist im Gedächtnis bleiben dürfte.

Quelle: Fairaudio.de

Frizz Feick im Gespräch mit 60minuten.net

Am 09. April 2014 fand im Berliner BKA-Theater Frizz Feicks Record-Release-Konzert zur CD „Woanders und hier“ statt.Das war gleichzeitig sein Tourstart und das erste Konzert mit einer Band in neuer Besetzung. George Kochbeck (Keyboard und Produzent der CD), Christian Flohr (Bass) und neu dabei Annette Kluge (Schlagzeug) Die Vier bestanden die Feuertaufe bravourös. Wunderschöne Songs, abseits jeglicher Schubladen begeisterten das Publikum. Für die, die Fritzz Feicks Songs noch nicht kennen – stellen Sie sich eine sehr gelungene Kreuzung aus Singer/Songwriter, Pop und Jazz vor. Das ist Musik, über die man nicht lange reden, sondern die man einfach hören sollte, die ich öfters im Radio hören möchte, die auch nach dem zehnten Mal Hören nicht langweilt. Das Publikum muss das auch so gesehen haben und forderte zwei Zugaben ein. Danach war Frizz ein Künstler zum Anfassen, nahm sich Zeit für seine Fans. Das fand ich gut und wartete geduldig auf ihn.

An einem kleinen, gemütlichen Tisch trafen wir uns zum Interview.

Frizz, Du schreibst Deinen Namen auf eine eigenwillige Art. Gibt es dafür einen Grund?

Ja – alle in der Familie heißen Fritz – mein Vater, mein Großvater hieß Fritz und ich wurde auch so getauft. Mit etwa fünfzehn Jahren begann ich darauf zu achten, wer meine Post öffnet. Es stand ja immer Fritz Feick drauf. Das konnte auch  mein Vater sein. So hatte ich die Idee, meinen Namen mit zz zu schreiben. Seit dem mache ich das. Dann bekam ich den Spleen, tz generell durch zz zu ersetzen. So bin ich bin eben gestrickt – ganz oder gar nicht. Das ist in allen Booklets so. Du wirst in keinem tz finden, es sei den, es handelt sich um einen Musikernamen. Es gibt weder in  meinen Texten, noch in privaten Schriftstücken tz. Selbst ins Abitur hatte ich mein zz geschmuggelt. Inzwischen haben sich sogar die Fans angepasst und schreiben mir auf diese Weise. Das ist lustig.

Woher nimmst Du die Ideen für Deine Songs?

Hinsetzen und über etwas schreiben geht gar nicht. Ich habe ständig ein Notizbuch dabei und notiere Dinge, die mir auffallen. Ich bin viel draußen unterwegs, beobachte und höre sehr gerne zu. Wenn ich in einem Cafè sitze, habe ich immer ein Ohr woanders. Sobald mir etwas auffällt, schreibe ich es in dieses Notizbuch. Irgendwann mache ich dann was daraus. „Zu laut für Berlin“ ist wirklich beim Sommerfest der niedersächsischen Landesregierung entstanden. Als uns das Mischpult versiegelt wurde, habe ich zu George gesagt, wir sind zu laut für Berlin. Ich dachte, das ist ein guter Songtitel. Wir haben mit der Band die Nacht durchgemacht. Dann war plötzlich der Titel fertig.

Gibt es Musiker, die Dich beeinflusst haben?

Ich lege mich nie auf einen Stil fest. Ich würde meine Musik nicht als Pop-Musik bezeichnen, als Rockmusik schon gar nicht. Rock ist nicht mein Ding, eher eine Pop / Jazz Mischung. Ich habe in meinem Leben sehr viel Jazz gehört. Darum auch die Affinität zum Saxophon. John Coltrane und Ben Webster waren Instrumentalisten, die jeden Abend das Saxophon neu erfanden. Das hat mich sehr beeindruckt. Sicher spielen auch die  Beatles eine Rolle. Ich liebe Paul McCartney Songs. Sting mag ich sehr. Früher hörte ich viel Musik. Inzwischen fehlt mir die Zeit dafür. Außerdem höre ich sehr selten Deutschsprachiges, da ich Angst habe, etwas mitzubekommen, von dem ich denke, dass es von mir sein könnte. Z. Bsp. gibt es einen Song von Grönemeyer. Da singt er, wir haben den Regen gebogen. Das finde ich schön, so genial. Es ärgert mich, dass ich das nie machen kann, weil es von Grönemeyer ist. Es ist besetzt.

Was schreibst Du zuerst, Musik oder Text?

Ich bin faul, was das Texten betrifft. Meist habe ich eine Akkordidee und denke, das ist toll, daraus mache ich was. Dann kommt der Text. Das geschieht aber alles mehr gleichzeitig am Klavier. Allerdings für „Liebensgefährlich“ hatte ich Musik von George bekommen, die ich dann betextet habe.

Eine Textstelle im Titel „Famose lezzte Worte“ finde ich sehr ungewöhnlich und interessant. Es heißt, und wenn du Licht brauchst, dann mach Dir Kerzen an oder den Kühlschrank auf. Ich komme dann. Was willst Du damit sagen?

Das habe ich für einen langjährigen Freund geschrieben, den ich viel zu selten sehe. Es gibt Momente in meinem Leben, die Erinnerungen wach rufen. Z. Bsp. jeden Morgen, wenn ich mir die Socken anziehe, denke ich an einen Freund, der sich beim Socken anziehen einen Finger gebrochen oder verstaucht hat. Jedenfalls musste er sehr lange einen Verband tragen. Ich dachte, wie schön es wäre, wenn es jemanden gäbe, der an mich denkt, wenn er den Kühlschrank aufmacht. So ist diese Textstelle entstanden. Ich wollte Dingen, die man unbewusst tut, einen Stellenwert gibt.

Hast Du schon mal bei einem Konzert Deinen Text vergessen?

Ja – natürlich. Deshalb habe ich grundsätzlich meine Texte auf der Bühne. Es sind so viele, dass ich wirklich keinen von vorne bis hinten im Kopf habe. Ich glaube, der einzige Text, den ich vollständig auswendig kann, ist der, an dem ich gerade arbeite.

Gibt es ein besonders schönes Erlebnis im Zusammenhang mit Musik, einem  Konzert?

Ganz viele. Auf Anhieb fällt mir aber nichts ein. Ich finde es halt immer toll, wenn ich auf die Bühne komme und spüre, da ist eine besondere Energie – wie eben auch heute Abend. Das war ganz besonders, weil wir gar nicht damit gerechnet hatten, dass es so voll ist und so schön wird. Es war das erste gemeinsame Konzert in dieser Formation. Annette, die Schlagzeugerin ist neu. Jetzt fällt mir noch etwas ein. Es war 1997 bei einem Konzert in Leipzig. Ich war auf Promo-Tour für meine erste Platte. Die war damals zu Hause aufgenommen, nur Klavier und Gesang. Ich kündigte den letzten Song „Meine Liebe“ an. Da sagte eine, mir unbekannte Person in der ersten Reihe, ja der Song ist schön. Ich war vorher noch nie in Leipzig und hatte absolut nicht erwartet, dass dort jemand meine Songs kennt.

Könntest Du Dir auch einen anderen Beruf vorstellen?

Nein, konnte ich zu keiner Zeit. Mein Großvater, hatte in dem Ort, in dem wir lebten, eine Zimmerei. Die sollte ich mal übernehmen. Das hat mich aber nicht interessiert. Die hätte ich sicher in kürzester Zeit ruiniert. Ich hatte bereits mit Elf beschlossen, Musiker zu werden und das zum Leidwesen meiner Eltern auch durchgezogen. Gleich nach der Schule habe ich zwei Jahre in Hamburg Saxophon studiert und ansonsten nichts weiter gelernt. Ich war immer Musiker. Für mich kam wirklich nichts anderes in Frage.

Die Booklet-Fotos lassen ein Landleben vermuten. Ist das so?

Ich lebe wirklich so. Das ist keine Mache. Ich könnte mir z. Bsp. ein Leben ohne Hund nicht vorstellen. Das geht gar nicht.

In einem YouTube-Video und im Booklet bist Du mit Eseln zu sehen. Sind das Deine?

Ja, die stehen bei uns im Garten – also wenn wir Rasen haben. Ansonsten, wenn dieser abgefressen ist, sind sie auf einer Weide. Wir haben die aber nicht nur zum Rasen mähen, sondern auch zum lieb haben. Es sind Brüder – Andy und Carlos. Unser Küchenfenster geht zum Garten raus. Manchmal, wenn ich dort frühstücke, schauen die Esel rein. Dann weiß ich nicht, ob die im Zoo sind oder ich. Wir gehen auch mit Hund und Eseln spazieren. Die Leute im Dorf denken, wir sind voll crazy, aber das ist egal. Mit den Eseln, das ist einfach zum gut drauf sein. Wenn wir abends im Stall sind und Heu füttern – Ruhe, das Geräusch der kauenden Esel, ihr Geruch – das ist einfach toll. Esel riechen ja nicht eklig. Die ernähren sich rein vegetarisch, die riechen nach Schokolade.

Hast Du einen Traum? Was würdest Du gerne mal tun?

Ich möchte mit dem, was wir machen, erfolgreich sein. Ich bin schon so lange Musiker und denke, dass wir gute Musik machen. Ich wünsche mir die Chance, dass ein breiteres Publikum diese Sachen hört. Es werden zwar immer mehr, die meine Musik mögen, aber es passiert zu langsam. Ich bin ja auch nicht mehr der Jüngste. Ich möchte einfach nicht mehr auf den Euro schauen müssen, ob genug Sprittgeld da ist, um zum nächsten Auftrittsorte zu fahren. Ich möchte einfach mal sagen können, ja das machen wir jetzt. Wir mieten uns einen Nightliner und fahren damit stressfrei unsere Tour. Ohne die ganzen Problematiken: Wer pennt wo? Kommen wir bei Freunden unter? Wie bezahlen wir alles, was rund herum nötig ist? Ich möchte einfach, dass der Musik mehr Aufmerksamkeit und Wertschätzung entgegen gebracht wird. Mit „Woanders und hier“ sieht das jetzt ganz gut aus. Wir werden im Radio gespielt. Bei Radio Berlin 88.8, Hy Music waren wir mehrere Wochen auf vorderen Plätzen  in den Charts. Mal schauen.

Wo würdest Du gerne mal auftreten?

Und es wäre voll?

Ja.

Mich würde ein Stadion nie reizen, weil ich keine Stadienmusik mache. Ich denke, dass 100 bis 200 Leute für mich vollkommen ausreichend sind, weil ich die Kommunikation mit den Leuten brauche. Ich möchte keine Masse haben, die da irgendwo sitzt, sondern ich möchte jeden einzelnen spüren.

Mit wem würdest Du gerne zusammen singen?

Es sind meistens Frauen, mit denen ich singen möchte. Da fällt mir sofort Regy Clasen ein. Es gibt auf  „bLaUpAuSe“ einen Song „Kein neues Liebeslied“. Den wollte ich eigentlich mit ihr machen, aber ich bekam auf meine Mail keine Antwort. So habe ich Milla Kay gefragt. Am Tag nach Millas Zusage bekam ich eine Mail von Regy, dass wir das machen können.    Ich habe den Titel mit Milla eingesungen. Und sie machte das wundervoll. Im darauf folgenden Jahr traf ich bei einem Konzert in Leipzig auf Regy. Da haben den Titel doch noch zusammen gesungen. Das war echt schön. Christina Lux war auch eine Wunschkandidatin. Sie hat bereits an „Woanders und hier“ mitgewirkt. Auch mit Diane Weigmann würde ich gerne arbeiten. Ein Duett wäre schön. Ansonsten habe ich schon mit vielen Leuten zusammen auf der Bühne gestanden. Mit Dirk Zöllner gesungen oder mit Manfred Maurenbrecher gespielt. Das sind immer ganz besondere Momente.

Gibt es einen Musiker, mit dem Du gerne zusammen arbeiten würdest?

McCartney ist für mich der Komponist des letzten Jahrhunderts. Was der an Melodien geschrieben hat, das ist für mich unvorstellbar. Mit ihm mal was machen zu können, was natürlich utopisch ist, das stände ganz oben auf der Liste. Mit McCartney bin ich praktisch aufgewachsen. Ich habe die Beatles das erste Mal gehört, da war ich acht oder neun Jahre. Das war das Album „Abbey Road“. Dazu fällt mir eine Geschichte ein. Ich hatte für eine Geldschatulle gespart. Die Dinger fand ich toll. Aber dann überlegte ich mir, wenn ich mit meinem Geld so eine Schatulle kaufen würde, wäre nichts mehr übrig, um es hinein zu geben. Das fand ich doof. So ging ich lieber in den Plattenladen nebenan und kaufte mir das rote und das blaue Album von den Beatles. Ich finde immer noch, dass das eine vollkommen korrekte Entscheidung war.

Was ist Dir in der Musik wichtig?

Dass ich spüre, Leute meinen ernst, was sie tun. Ich muss es sehen und eine Energie spüren, dass das nicht gefakt, sondern echt ist. Ich mag Momente der Improvisation auf der Bühne, so wie wir das heute Abend auch getan haben. Es sind viele Dinge passiert, die vorher nicht abgesprochen waren. Das liebe ich.

Was ist Dir im Leben wichtig?

Ehrlichkeit zu sich selber, dass man sich treu bleibt, seinen Weg geht, dabei ernst genommen wird.

Was ist für Dich Lebensqualität?

Da bin ich gerade drin. In einer harmonischen Beziehung zu leben und ganz wichtig, Tieren um mich zu haben. Mit guten Freunden treffen und Spaß haben. Ernst und Spaß miteinander zu verbinden, dass es eine Kugel wird – ausgeglichen. Das tun zu können, was man machen möchte. Wenn mir die Musik genommen würde, könnte man mich eingraben. Da ginge nichts mehr. Das ist für mich das Allerwichtigste und dann kommt erst anderes, weil ich weiß, die Musik ist das, was bleibt. Die Menschen kommen und gehen. Wenn mich jemand verlässt, dann bin ich traurig, aber nicht so, als würde mich die Musik für immer verlassen.

Magst Du Dich?

Das hängt von der Tagesform ab. Momentan – ja, weil es mir ganz gut geht. Es gibt natürlich Tage, da möchte ich mich nicht im Spiegel sehen. Ich denke, dass ein sich Mögen eine Grundvoraussetzung ist, um diesen Weg zu gehen. Was man an sich selber nicht mag, kann man jeder Zeit ändern. Grundsätzlich – also, ich würde mit mir ’n Bier trinken gehen.

Kann es sein, dass Du eine  gewisse Schüchternheit hast?

Ja, bin ich grundsätzlich. Das ist ein Problem. Um diese Schüchternheit zu kompensieren, setze ich teilweise eine Arroganzmaske auf. Es gibt Leute, die mich kennen lernen und denken, was ist das für ein arroganter Stiesel. Es ist aber nur Selbstschutz. Die Maske fällt  sehr schnell, wenn ich Vertrauen fasse.

Was würdest Du gerne mal gefragt werden?

Darauf war ich vorbereitet. Mist, jetzt habe ich’s vergessen. Da hatte ich was ganz Lustiges.  Ich wollte immer, dass mir diese Frage gestellt wird. (lacht)

Interview Kordula Ullmann | 60 Minuten.net

Quelle: http://www.60minuten.net/?p=8536

4 Sterne

Rezensenten-Kolleginnen lassen bereits zu dieser CD mit „einem Gläschen Wein den Tag ausklingen, um dem Alltagsstress zu entkommen“. Ja, der Frizze Feick ist ein Frauentyp, spätestens nach dem dritten Hören kriegt er aber auch mich herum. Im Auto dann entfaltet die Platte ihre Qualitäten als Soundtrack für das Cruising durch erwachende Frühlingslandschaften.

Beim Intro zum ersten Stück hat man allerdings erst mal das Gefühl, man säße im Kino in der ersten Reihe, Produzent George Kochbeck kratzt dann nach ein paar Takten gerade noch die Kurve, Joo Kraus‘ gestopfte Trompete hilft dabei. Großstädtisch cool wird es auch noch einmal in „Zu laut für Berlin“, eine Liebeserklärung an die Hauptstadt darf irgendwie auf keinem Songschreiberalbum fehlen. Apropos Gefühle: Songwriter sollen Gefühle ansprechen, und das schafft Frizz Feick mit seinen Lyrics von Anfang an. Mit „Liebensgefährlich“, „Nachtpiraten, die an die Macht geraten“ zeigt er dann seinen Hang zu klugen Wortspielen. In Sprache und Aussprache winkt uns aus dem Jenseits ein später Rio Reiser zu. Die Allgegenwart des Mistgabelmotivs auf den Coverfotos und im Booklet und dazu Hund, Esel, Frizzens Gärtner-Outfit mitten in der Großstadt, all das zeugt von einer sehr entspannten Lebenshaltung: Landleben und zurückgelehntes Reflektieren vor urbaner Kulisse. Und sein Track 6, „Sowas von egal“, klingt wie eine Hommage an das Anders-Sein.

Soundmäßig ist Woanders und hier eher eine Produzentenplatte. George Kochbeck liebt das opulente Ambiente, aber darin droht der kleine Frizz manchmal unterzugehen … Das tut dann weder dem Liedgut noch der Präsenz des Sängers wirklich gut. Zwar wünscht man sich nicht unbedingt ein übliches Klaviertrio zur Begleitung (das gab es ja wirklich schon sehr oft), aber die Songschreiberei verliert ein wenig in brausendem Orchestersound und manchem E-Gitarren-Gegniedel – schade drum. Die Songs sind nämlich wirklich gut, so schreiben kann nicht jeder, obwohl es heutzutage fast alle versuchen. Insgesamt tut das jedoch dem sehr angenehmen Eindruck, den Woanders und hier hinterlässt, keinen Abbruch. Ich habe die Platte bereits mehreren mir nahestehenden Menschen empfohlen.

Jan Kobrzinowski | JAZZTHETIK | Mai 2014

Weil ich das so will ….

… als hätte er meinen insgeheimen Wunsch erhört, gab Frizz Feick das Record-Release-Konzert zu seiner im Februar erschienenen CD „Woanders und hier“ in Berlin. Das passt ja auch ganz gut, behauptet der Musiker in einem Stück des Albums ja auch, dass er „Zu laut für Berlin“ sei.
Frizz Feick strahlt etwas ganz Besonderes aus und ist bekannt für seine markante Stimme und das Talent, Gedanken und Gefühle hör- und greifbar zu machen. Dazu haben seine Songs jede Menge Wortwitz und Ironie, Poesie und Wärme, aber auch Tiefgang und Charme. Seine Lieder sind kleine Geschichten, die er erzählt und mit Musik versehen hat. Mein Kollege Christian hat Frizz‘ Lieder in seiner Rezension zum Album „Woanders und hier“ als kleine Filme für das Kopfkino beschrieben, die in nur wenigen Minuten ablaufen, aber bleibenden Eindruck hinterlassen: „Die Musik ist der Soundtrack, der Text die Handlung“. Ich glaube, so lässt es sich auch am besten beschreiben. Ich freute mich jedenfalls schon länger auf diesen Abend und die Gelegenheit, Frizz‘ Liedern in Live-Versionen zu lauschen. In Berlin trat er jedoch nicht alleine auf. Als Verstärkung hatte er sich die Schlagzeugerin Annette Kluge und den Bassisten Chris Flôhr ins Boot geholt, und am Keyboard nahm Frizz‘ musikalischer Partner und Produzent der neuen CD, Georg Kochbeck, Platz.

Frizz betrat die Bühne, und wir hörten den Song „Tacheles“ als Eröffnungstitel seines Konzerts. Feick entschuldigte sich anschließend schon fast dafür, dass der Tour-Auftakt in Berlin stattfand, denn immerhin würden viele andere Musiker und Gruppen ihre Tournee in Berlin als Höhepunkt ihrer Konzertreise beenden. Diese „Entschuldigung“ entpuppte sich als eine sehr schöne Überleitung zu seinem nächsten Titel, „Sowas von egal“. Das könnte man fast als persönliches Motto sehen, da er sowieso meist alles anders mache, als man erwarten würde. Seine Texte sind ohne Kitsch und aus dem Leben gegriffen, und obendrein in wundervolle Worte verpackt.

Frizz Feick präsentierte mit seiner tollen rauchigen, angenehm klingenden Stimme und seiner exzellent aufgelegten Band an diesem Abend eine ausgewogene Mischung aus seinen bisher veröffentlichten Alben und der neuen CD. Stimmlich unterstützt wurde er immer wieder durch Annette und George. Letzterer gönnte sich ab und an auch ein Solo. Mit dem Song „Woanders und hier“ von seiner gleichnamigen CD schickte uns der Musiker in eine Pause …

Im Publikum waren auch Dirk „Scholle“ Zöllner und Manfred Maurenbrecher ausfindig zu machen. Frizz begrüßte den prominenten Besuch, und die drei hatten sich in der Pause auch eine Menge zu erzählen. Mit „Ohne ein Wort“ und dem folgenden „Liebensgefährlich“ ging es dann nach der Pause in die zweite Runde. Stolz kündigte Feick einen neuen Titel namens „Frauen im Sommer“ an, welcher bislang noch auf keiner CD zu finden ist. Immer wieder fand der Musiker tolle einleitende Worte für seine Titel. Überhaupt ist er ein guter Entertainer, der es geschickt versteht, Unterstützung vom Publikum einzufordern, ohne dass es aufdringlich wirkt. Nebenbei begrüßte er u.a. auch Freunde aus Holland und nutzte die Gelegenheit dazu, über seine Erfahrungen, die er dort sammelte, zu berichten. Feick ist auf der Bühne immer in Bewegung. Entweder verbal oder körperlich. So wechstelte er im Verlauf des Konzerts immer wieder mal das Instrument. Von Zeit zu Zeit hatte er mit dem Mikrofonständer zu kämpfen, der wohl seinen eigenen Kopf hatte, und beim Song „Zu laut für Berlin“ bekamen wir ein lautes, schräges aber absolut cooles Solo von Frizz auf seinem Saxofon zu hören. Sowas dürfte selbst Berlin wohl noch nicht erlebt haben, aber ich empfand ihn dabei definitiv NICHT zu laut für Berlin.

Alle auf der Bühne hatten sichtlich Spaß an ihrem Spiel und auch das Publikum war gefesselt und wartete gespannt auf den nächsten Titel. Für mich verging die Zeit viel zu schnell. Plötzlich war das Konzert schon zu Ende, aber zum Glück war natürlich noch Zeit für zwei Zugaben eingeplant. Eine davon war das Stück „Viel zu schön“, das sich Frizz von Manfred Maurenbrecher ausgeborgt hat. Maurenbrecher spielte den Titel überigens schon 1984 und damals mit George Kochbeck zusammen. So schließt sich wieder mal ein Kreis. Der letzte Song des Abends war „Famose lezzte Worte“, der auch den Abschluss der neuen CD bildet. Dieses Stück trugen George Kochbeck und Frizz Feick am Keyboard im Duett vor.

Für mich war es ein rundum schöner, wenn auch viel zu kurzer Abend mit Frizz Feick und seiner Band im BKA Theater Berlin. Man wollte es nicht glauben, aber das Quartett hatte vor diesem Konzert gerade einmal nur drei Tage Zeit zum Proben. Das war im gesamten Verlauf des Konzerts nicht zu spüren. Deutlich zufrieden mit ihrem Auftritt verließen die Musiker dann auch die Bühne, und mischten sich unter die Konzertbesucher. Sie standen ihren Gästen noch für Gespräche zur Verfügung. Wünsche nach einem gemeinsamen Bild oder einem Autogramm auf die frisch gekaufte CD wurden natürlich ebenso gerne erfüllt. Die nächsten Gelegenheiten, Frizz und seine Musik live zu erleben, sind leider erst im August und November (Termine siehe unten). Wer die Möglichkeit hat, eins der Konzerte in Lauenhagen und Leipzig zu erleben, sollte sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen. Bis dahin sei die CD „Woanders und hier“ zum Überbrücken der Wartezeit wärmstens empfohlen!

Quelle: http://www.deutsche-mugge.de/live-berichte/4324-frizz-feick-in-berlin-record-release-konzert.html

Als ich die CD im Briefkasten fand, war gerade einer dieser Tage, an denen ich eigentlich gar keine rechte Lust auf den Tag hatte, an dem ich den “Blues” hatte. So legte ich das Couvert erstmal ungeöffnet weg. Zur Kaffeezeit trieb mich dann doch die Neugierde, den Umschlag zu öffnen.
Vom CD-Cover schaute mich ein interessanter Typ an. Gut, ich könnte es ja mal mit ihm zum Kaffee probieren. Wow – das hatte ich nicht erwartet! Die ersten Töne konzertante Streicher, dann Stimmungswechsel – Trompete. Ich startete die CD erneut, machte es mir mit meinem Kaffee im Sessel bequem, schloss die Augen und stellte mich auf Genuss ein. Den hatte ich dann auch. Mein Morgen-Trübsinn verschwand. Als der letzte Titel verklang, ging es mir gut. Was für ein schöner Tag! Frizz Feick ist in Zusammenarbeit mit George Kochbeck ein wunderschönes Album gelungen – in sich stimmig und doch überrascht jeder Titel mit Individualität. Einfühlsame, interessante Arrangements machen immer wieder Lust auf den nächsten Titel.

Ich mag weder Künstler noch Musik in Schubladen stecken. Wer mag schon in Schubladen herumliegen! Ich beschreibe es mal so: Frizz Feick erzählt sehr persönliche Geschichten aus dem Leben, die aber auch Raum für eigene Reflexionen lassen. Es lohnt sich genau hinzuhören. Man kann die Musik auch im Hintergrund laufen lassen, ohne dass sie nervt. Der Refrain von „Zu laut für Berlin“ wäre sehr gut als Filmmusik geeignet. Ich sehe dabei Bilder, einen Vorspann. Zu den Titeln dieses Albums kann man tanzen, Auto fahren, träumen, lieben, … wenn’s gerade sein muss auch Fenster putzen. Ich jedenfalls, höre mir die CD heute Abend gleich noch mal an – dann mit einem Glas Rotwein.

Quelle: http://www.60minuten.net/?p=8409

Jazz in Perfektion und in Deutsch… das ist selten und doch vereint sich dies bei “Woanders und Hier”, dem neuen Album von Frizz Feick.

Über einen langen Zeitraum hat Frizz Feick die Songs für sein viertes Album Woanders und hier gesammelt, liebevoll aufbereitet und mit Tiefe und Hingabe produziert. Der Musiker, der sich selbst als Berufsmelancholiker bezeichnet, ist ein Meister der Sprache; lange feilt er an den Texten, bis jedes Wort sitzt. Eingespielt wurde das Album von George Kochbeck, der dieses Album produziert und mit Feick zusammen die Musik geschrieben hat. Als Gastmusiker wirkten u.a. Echo-Preisträger Joo Kraus (Trompete), Torsten de Winkel (Gitarren) und Christina Lux (Stimme, Chöre) mit. Die Musik ist feinster Singer-Songwriter Pop mit Jazz- Elementen, wie er hierzulande selten anzutreffen ist.

Ob Liebe oder Gesellschaft, es werden verschiedene Themen angesprochen, die auf eine kreative und einzigartige Weise interpretiert und thematisiert werden. Die Texte klingen sehr durchdacht und wenig willkürlich ausgewählt, so dass das Album eine ruhige und fast romantische Geschichte erzählt. Es ist auffällig, dass bei dieser CD viel Wert darauf gelegt wurde mir einzelnen wenigen Instrumenten, kaum technischem Schi Schi, aber dafür sehr ausdruckstarkem, kräftigem Gesang zu überzeugen. Die Stimme von Frizz Feick ist rau, aber doch auch gefühlvoll und trägt die romantische Stimmung des Albums auf eine einzigartige Weise.

Die Texte, die Musik und der Gesang werden Jazz-Fans jeden Alters überzeugen, die es gerne auch mal romantisch und ruhig mögen. Was negativ auffällt, ist die geringe Anzahl an Titeln für einen doch stolzen Preis der CD.

Quelle: http://www.testmania.de/17213/woanders-und-hier-von-frizz-feick-2014/

17 Jahre nach seinem Debüt bringt Frizz Feick nun sein 4. Album auf den Markt. „Woanders und hier“ beginnt orchestral, stürzt sich dann in ein dezent-melancholisches Leben und betätigt den „Kopfkinoalarm“. Schon bei den ersten Zeilen erkennt man, dass Frizz Feick das Talent für die richtigen Worte zur richtigen Zeit hat und seine Mitstreiter es ermöglichen, dass ihnen der richtige Dünger zuteil wird.
Was das Kopfkino angeht, so ist dieses Wort aus „Liebensgefährlich“ auch eine gute Beschreibung für das gesamte Album, denn der Hörer kann sich ungefährdet seinen Gedanken hingeben und sogar ein ehrliches Sich-Wegträumen ist möglich, denn die Erinnerungen spielen im Rhythmus von „Woanders und hier“ ihre eigenen Spiele im Kopf, diesem aber niemals einen Streich.

Musikalisch begibt sich Frizz Feick auf die Reise von Moderne zur Klassik und wieder ohne Umweg zurück, in einer Geschwindigkeit, dass die einzelnen Aspekte sich miteinander vermischen. Dabei hält er die Qualität stets weit oben, übermalt die jazzig-poppigen Titel mit Texten, wie man sie in der bunten Popwelt nur noch selten findet. Hier ist jemand, der sich in seiner Sprache, mit ihren Feinheiten und Hindernissen, ihrem Glanz und Licht, auskennt und wohlfühlt. Das Schönste hieran ist, dass Frizz Feick uns – die Hörer – auch noch daran teilhaben lässt.

„Guten Morgen, Berlin!“ Peter Fox’ Ausruf wird auf „Woanders und hier“ auch genutzt, setzt sich allerdings nicht mit „du kannst so hässlich sein“, sondern „ich bin zu laut für dich“ fort, was bei der getragenen Streichermusik im Hintergrund doch etwas überraschend, dennoch überzeugend ist. Denn dort, wo so viele Musiker sich mit Nichtigkeiten auseinandersetzen, schafft es Frizz Feick, auch aus banalen Lebensmomenten deren Wichtigkeit zu ziehen und diese auch in Worte zu kleiden. Mit „Zu laut für Berlin“ ist dem Musiker ein wahrer Geniestreich geglückt, ein Musikstück, das sich steigert, um abzusinken und schweigt, um kurz darauf zu schreien.

Bleibt abschließend die Frage, ob je zuvor das Wort „Gelbaugenkakadu“ schon einmal in einem Songtext verarbeitet wurde oder je wieder wird. Jedoch ist nicht nur dieses Wort ein Alleinstellungsmerkmal für Frizz Feick, auch die Qualität von Musik und Text findet nur selten einen solch enormen Gleichklang. 17 Jahre, 4 Alben. Klingt nach wenig. Glücklicherweise ist Quantität aber nicht alles.

von Simon-Dominik Otte

Quelle: http://einachtellorbeerblatt.wordpress.com/2014/04/03/rezension-frizz-feick-woanders-und-hier/

Das müsst Ihr gehört haben …
Es gibt Platten, die machen es einem richtig einfach, über sie zu schreiben. Nämlich dann, wenn es nix zu Meckern gibt. Mehr noch: Wenn man sich vom ersten Ton an schon in die Musik verlieben kann. Die CD „Woanders und hier“ von Frizz Feick ist so ein Album, bei dem Feicks Hingabe in Sachen Musik sowohl beim Arrangement seiner Songs als auch in seinen Texten deutlich ablesbar ist. Hier ist einer mit Leidenschaft am Werk. Jemand, der einen an die Hand nimmt und in seine Welt der vertonten Gefühle und Gedanken mitnimmt. Der Hinweis im Pressetext, dass Feick sehr lange an seinen Songs feilt, u.a. auch weil jedes Wort bei ihm einen Sinn und Zweck hat, merkt man beim Hören der neuen CD ziemlich schnell selbst heraus. Frizz Feick liefert uns zehn kleine Filme für das Kopfkino, die in nur wenigen Minuten ablaufen, aber bleibenden Eindruck hinterlassen. Die Musik ist der Soundtrack, der Text die Handlung.

Der erste Film heißt „Liebensgefährlich“ und empfängt uns mit aufwühlender Musik einer Streicher-Gruppe, ehe eine Orgel und eine angejazzte Trompete das Stück in ruhigere Fahrwasser geleitet und die Geschichte beginnen kann. Die ersten Zeilen des Songs erzählen vom Kennenlernen einer Frau, die so umwerfend zu sein scheint, dass sie den Plan des Lied-Ichs innerhalb von „zwei Doppelsekunden“ komplett über den Haufen wirft. Man ist hin und weg, reagiert körperlich auf jede Berührung und ihren Duft. Feick erzählt uns in klaren Worten und bildhafter Sprache, wie „liebensgefährlich“ diese Frau ist. Musikalisch wechseln sich die ruhigen, vom Smooth Jazz getragenen Teile mit den etwas lauteren im Refrain ab. Musik und Text bilden eine Einheit. Großartig! Schon hier wird klar, dass Frizz Feick der deutschen Sprache mehr als nur ein paar sich reimende Zeilen abringen kann. Vielmehr ist er in der Lage, mit Worten so umzugehen, dass daraus tatsächlich Bilder entstehen. Die deutsche Sprache ist sein Instrument, zumdem noch eine unverwechselbare Stimme kommt, die angenehm ist und die Geschichten ins richtige Licht rücken kann. Text und Stimme fügen sich passgenau in die Musik ein. Musik und Text müssen nicht einfach nur zusammen passen, sie dürfen sich auf keinen Fall abstoßen oder gar überfrachtet sein, und so die Geschichte möglicherweise überdecken. Hier die Balance zu halten – und das tut Feick auf ganz hohem Niveau – ist nicht einfach.
Dies wird auch beim zweiten Titel, „Nicht mehr für Dich“, deutlich. Südamerikanische Rhythmen, Orgelteppich und Feicks hauchzart kratzende Stimme singen über das Ende einer Beziehung und die Dankbarkeit, dass diese jetzt auch tatsächlich vorbei ist. Warum sollte man auch um eine Liebe trauern, wenn man über den Partner nur sagen kann: „… alle Sorgen, die ich nie gekannt hab, hast Du mir besorgt“?! Darum fällt es auch leicht zu sagen, „Steck Dir Deine Liebe an den Hut, Dir das zu sagen tut so gut“. Das Ganze dann noch in einen luftig-lockeren Latino-Jazz-Chanson zu packen ist nicht nur ungewöhnlich, sondern in erster Linie eine geniale Idee. Hier wird etwas, bei dem viele Menschen sicher eher melancholisch reagieren würden, als lebensbejahende Hymne dargereicht. Man feiert das Beziehungsaus und die wiedergewonnene Freiheit.
Eines meiner Lieblingslieder von Frizz Feicks neuer CD ist der Song „Zu laut für Berlin“. Wieder eröffnen Streicher ein Lied auf diesem Album. „Zu laut für Berlin“ ist wie der Soundtrack für einen frühmorgendlichen Gang durch die Bundeshauptstadt, nach einer durchgemachten Nacht auf dem Weg nach Hause, arrangiert. Der spezielle Duft der Stadt, vielleicht sogar die Vielfalt und Weltoffenheit Berlins meinend, wird mit den Worten „Diese Stadt riecht, nach offenen Türen“ umschrieben. Es scheint Frizz Feicks deutsche Antwort auf Frank Sinatras „New York, New York“ zu sein, denn auch Feick besingt die Stadt als eine, die nie schläft, die „lebt“ und „brennt“. Die anfänglich düster gezeichnete Grundstimmung in dem Lied, das Melancholische und Gedrückte, löst sich mit der zweiten Strophe erstmal auf und ein – ich nenne es mal – optimistischer Part schließt sich an. Dieser bleibt nicht lange erhalten und wird schon kurz darauf für den Refrain wieder bei Seite geschoben, und „bedrohlich“ klingende Streicher bilden den Teppich für die Refrainzeile „Guten Morgen, Berlin. Ich bin zu laut für Dich“, die am Ende in einem scheinbar aus dem Psycho-Soundtrack entliehenen Streicherarrangement gipfelt. Ein Wimpernschlag Ruhe, dann setzt der Fretless-Bass ein und wir erleben das eben Erfahrene noch einmal. Ich finde, gerade dieser Wechsel und das Spiel mit den Stimmungen spiegelt genau das wieder, wie die Stadt Berlin auf einen wirkt: Launisch und alles andere als Schwarz oder Weiß. Wenn die Hauptstadt eine Hymne braucht, dann ist es dieses Lied hier. Vergesst Peter Fox mit diesem unsäglichen und pseudointellektuellen „Schwarz zu blau“-Mist. Das hier ist ein Volltreffer!
Ein völlig anderes Stück Musik ist der vom Soul und Jazz durchzogene Song „Sowas von egal“. Der Text könnte eigentlich aus einem einzigen Satz bestehen, nämlich „Halt den Mund, das interessiert mich alles nicht“, aber Frizz Feick schickt dann doch eine komplette Begründung, was und warum es ihn nicht interessiert, als Liedtext hinterher. Besser kann man es kaum sagen, dass einem die Erzählungen seines Gegenüber komplett egal sind. Sehr gelungen!
Und so befinden sich noch weitere kleine Geschichten mit ihrem eigenen Soundtrack auf dem Album, wie z.B. die über die Sprachlosigkeit („Ohne ein Wort“) oder die über den Drang hinaus in die Nacht („Nachtpiraten“). Nur eine einzige Geschichte ist nicht aus Frizz Feicks Kopf, nämlich die über das Wiederaufleben einer Liebe („Viel zu schön“), die Manfred Maurenbrecher erschaffen hat, und die mich vom Inhalt her stark an „Aus und vorüber“ von Herwig Mitteregger, nur mit einem anderen Ende, erinnert.
Die Geschichten hat Frizz allein geschrieben. Bei der musikalischen Umsetzung stand dem Wahl-Berliner der Musikerkollege George Kochbeck zur Seite. Kochbeck, selbst erfolgreicher Musiker und Produzent (u.a. Herwig Mitteregger, Information, Zabba Lindner & The Rhythm Stix), hat mit an der Musik geschrieben, und das Album arrangiert und produziert. Mit George Kochbeck scheint Frizz Feick einen genialen Partner gefunden zu haben, der sein Anliegen versteht und genau weiß, wie die großartigen Texte Feicks gut in Szene zu setzen sind.

Damit komme ich zurück auf meinen Eingangssatz: Frizz Feick hat es mir einfach gemacht, über sein neues Album zu schreiben. Es ist ein Album voller Tiefe und Geschichten, die mit einer angenehmen Prise Humor und einer gehörigen Portion „Sich-selbst-wiederfindens“ gewürzt sind. Geschichten mit der dazu passenden Musik, in der viele Ideen und sicher auch Experimente verbaut wurden, die es nie langweilig werden lassen, die CD immer und immer wieder zu hören. Glaubt mir, das müsst Ihr gehört haben!
(Christian Reder)

Quelle: http://www.deutsche-mugge.de/neuerscheinungen/139-februar/4279-frizz-feick-woanders-und-hier.html

Frizz Feick ist jemand, dem die Stadt Berlin so wichtig ist, dass er sogar darüber singt. Aber nicht nur als „Fast-Spreeathener“ kann Feick auf seinem neuen Album glänzen, sondern auch als Poet, der die deutsche Sprache beherrscht, weil er sie hörbar liebt. Das merkt man bereit am ersten Song Lebensgefährlich, der durch die Trompetenkünste von Joo Kraus, den man als Mitglied der Band Tab Two oder von anderen Projekten kennt und schätzt, besticht. Diese Mischung aus Jazz und Pop wirkt wie ein frischer Wind in der deutschen Musikwelt, auch wenn man wohl Feicks Nummern eher selten im Formatradio hören wird, aber ob das eine Wertung an die Qualität dieses Albums darstellt, das sollen andere entscheiden.

Texte, wie man sie nur noch ganz selten hört – hier hat sich jemand Gedanken gemacht. Wer Songs wie den Titelsong Woanders und hier oder die Ballade Viel zu schön, die er mit Christina Lux singt, hört, der sieht ein, dass Frizz Feick kein „Sternenstaubromantiker“ ist, sondern ein Sänger, der ohne Klischees die richtigen Worte zur richtigen Zeit findet.

Natürlich ist auch eine Nummer über Berlin auf diesem sehr empfehlenswerten Album drauf und dieses Zu laut für Berlin ist eine Hymne auf die Hauptstadt, wie man sie seit Schwarz zu blau von Peter Fox nicht mehr gehört hat. Er ist halt “Wahlberliner” und das ist auch gut so.

Quelle: http://alternativmusik.de/rezensionen/frizz-feick-woanders-und-hier/

Wer wissen möchte, wie sich Tom Liwa mit Jazzband und Orchester anhören könnte, der möge sich mit dem vierten Werk des „Berufsmelancholikers“ Frizz Feick beschäftigen. Geradezu unheimlich ist die Art, in der Feick Timbre und Sprach-Ästhetik des Kollegen emuliert – wahrscheinlich unbewusst und überhaupt nicht absichtlich. Das macht freilich nix, weil Liwa ja keine schlechte Hausmarke ist – bzw. wäre. Und von Kopieren kann hier sowieso keine Rede sein, denn zu ungewöhnlich sind da z.B. die eleganten Arrangements mit durchaus interessanten Ideen, Gastbeiträgen von Joo Kraus und Torsten de Winkel, Gesang von Christina Lux und eine Prise uneigennütziger Blues, die Feick – Berufsmelancholiker, der er eben ist – geschickt in seinen Mix einfließen lässt. Vor allen Dingen sei aber noch der behutsame Umgang mit der Sprache erwähnt, die von Feick zwar lakonisch humorvoll, aber zum Glück überhaupt nicht spaßig oder witzig verwurstelt wird. Das ist nun zwar keine Scheibe, auf die der Songwriter-Freund zum Beispiel sein ganzes Leben vielleicht schon unbewusst gewartet haben mag, aber eine, die er sich dann doch ganz gerne gefallen lässt.

Ullrich Maurer

Quelle: http://gaesteliste.de/review/show.html?id=5319b6c99553739&_nr=14862

Warum hat dieser Mann nicht mehr Erfolg? Frizz Feick macht deutschsprachigen Pop-Jazz ähnlich wie Roger Cicero, der meiner Meinung nach jedoch leider immer mehr Richtung Schlager abrutscht. Wer diesen Weg nicht mitgehen will, kann getrost zu Frizz Feick greifen.
Frizz Feick ist einer der wenigen deutschsprachigen Musiker, der abseits aller Klischees Gefühle und alltägliche Begebenheiten punktgenau beschreibt, ohne sich dabei in Plattitüden zu verlieren. Seine Mischung aus Pop, Jazz und Poesie vereint sich in treffsicheren, berührenden Songs.

Eingespielt wurde das Album mit George Kochbeck (»Georgie Red«), der dieses Album auch produzierte und als Co-Autor fungierte. Kochbeck gilt als einer der besten Keyboarder dieses Landes und hat bereits mit Herwig Mitteregger, Eberhard Schoener oder Ulla Meinecke gearbeitet. Als Gastmusiker wirkten u. a. Echo-Preisträger Joo Kraus (Trompete), Torsten de Winkel (Gitarren) und Christina Lux (Stimme, Chöre) mit.

Quelle: http://soulgurusounds.com/frizz-feick-woanders-und-hier/

Heinz-Rudolf s(t)ingt zum Himmel! Frizz feixt gar nicht feige und schlängelt sich unter Zuhilfenahme von so mancher Geige über Hammer, Amboss und dem Bügel der Steige in mein Ohr, wo hernach nichts mehr so ist wie zuvor – Candies volles Rohr! Herr Feick heißt vermutlich in Wahrheit Gordon Matthew Thomas Kunze und serviert eine überaus mundende Melange aus Jazz, Soul, Pop und Latin, garniert mit diversen Streichereinheiten, die meine Seele dem Flug einer Lerche gleich schweben lassen. Seine Stimme ist ein genialer Mix aus Chris Rea und Stefan Waggershausen, leicht angerauht und dennoch sehr weich; ein Mensch mit einer solchen Stimme kann mal eben ganze Epen erzählen, wenn er nur „Hallo“ sagt: Stimmen wie seine sind echte Perlen im Haifischbecken der modernden Musik; wieder und wieder höre ich diese CD, die mit jedem Hören gewinnt, was bei mir nicht allzu oft der Fall ist. Die Texte behandeln auf interessante Weise Sujets, die belanglos-beliebig scheinen, aber unter der Patina des Alltäglichen funkeln und – in einige Wortspüle verpackt – die Ansichten eines nachmittäglichen Fauns schildern, welche die Sinne schärfen und den Geist schweifen lassen auf der Suche nach Quellen der Behaglichkeit. Auch musikalisch wird volle Breitseite geboten; der Sound ist vom feinsten und hier blitzt und blinkt das gesamte tonale Geschirr, sei es durch einen Himmel voller Geigen oder durch eine altfeldsche Gitarre. Unter den Mitwirkenden ist besonders George Kochbeck (Keyboards und vieles mehr) zu erwähnen, aber auch Gäste wie Joo Kraus (Trompete), Ollli Schröder, Frank Stehle und Torsten De Winkel (Gitarren), Norma Rehmann und Christina Lux (Gesang) oder Lucas Kochbeck (Schlagzeug) veredeln diesen Silberling. Vielleicht kommt der Frizz auch mal zu Dir; nach woanders und hier.

Frank Bender

Quelle: http://ragazzi-music.de/frizzfeick14.html

Frizz Feick meldet sich »Woanders und hier« zurück und beweist einmal mehr, dass deutsche Liedermacherkunst weder öde noch altbacken ist. Im Gegenteil: Feick verbindet das romantische Gefühl von Nostalgie geschickt mit modernen Klängen. Es ist wie eine Reise durch eine wunderschöne Klangwelt, die einen träumen, schmunzeln und mitwippen lässt. Mit gewohnt intelligenten Texten präsentiert er seine Songs mit warmer, leidenschaftlicher Stimme.Er versetzt den Zuhörer spielend leicht in die 40er Jahre als Schwarz-weiß-Filme noch In waren, und holt sie im selben Atmenzug mit poppigen Arrangements zurück in die Gegenwart. Seine Musik ist ein Genuss. Perfekt, um dem Alltagstress zu- kommen oder um abends bei einem Gläschen Wein den Tag ausklingen zu lassen.

Von Janine Kallenbach

Melodie & Rhythmus | Ausgabe Februar 2014

Bilderschwangeres Balladenkaleidoskop
„Woanders und hier“: Heute erscheint das neue Album des Ahnser Liedermachers Frizz Feick

Balladen-Laden war mal – Frizz Feick goes Pop. Für die Hör-Bar hat der Ahnser einen frischen Cocktail angerührt, wobei er nicht jener „Helle Barde“ wäre, bliebe er mit seinem inzwischen fünften Album „Woanders und hier“ nicht seiner wertgeschätzten Gangart treu, für die er steht: Anekdoten zu erzählen aus dem inneren Selbst. So erlebt der Hörer den ihm wohlvertrauten Kopfkino-Frizz. Aber in neuem Gewand. Unerhört sozusagen. Jedenfalls in dieser Weise.
Nach „Früh genug“, „Panama“, „Liebe. Liebe.“ und „Blaupause“ lässt uns der singende Liedermacher, der auch mit Saxofon und Keyboards umzugehen weiß, ein weiteres Mal teilhaben am Streifzug durch sein Poesiealbum. Ein bilderschwangeres Balladenkaleidoskop, gegossen in die zeitgemäßen Song- und Soundformate einer saftigen Produktion, die sich „nicht von Genres begrenzen lässt, sondern sich ihrer bedient“. Feick ist der Text, Feick und sein musikalisches Alter Ego George Kochbeck sind die Musik.

Gleich im ersten Song des Albums geht es „Liebensgefährlich“ zur Sache. Diese Episode erzählt von der Begegnung mit einer Person jener Sorte, die einen Raum alleine auszufüllen vermag. „Nah. Unnahbar nah!“ Während Feick („Ich opfer mich als Opfer!“) Handlungsstrategien entwirft, weiß Trompeter Joo Kraus (Tab Two) die Szene mit brüchig schönem Melodienschmelz zu umspielen. Ein flotter Latingroove dient in „Nicht mehr für dich“ als Grundlage für Feicks nächsten Blick aufs zwischen den Geschlechtern liegende Spannungsfeld. „Ich tu mir Dich nie wieder an“ – diese Konsequenz am Ende eines schmerzhaften Erkenntnisprozesses hat so mancher unter uns schon ziehen müssen, oder? Auch im dritten Song widmet sich Frizz Mannfraulichem. „Woanders und hier“ hat dem Album den Titel gegeben: Nach dem spacigen Einstieg mit fetten Keyboardteppichen lenkt Feick den Blick auf ein Phänomen: „Warten ist der fiese Feind meiner Zeit.“ Hier lässt Feick auch sein Saxofon melodiös schmeicheln wie Klaus Doldinger in frühen Jazzrocktagen. George Kochbeck führt mit kräftigem Streicher-Stakkato zurück ins Arrangement, und Feick zu der flehenden Bitte: „Tu mir den Gefallen und lass mich nicht warten!“
Als Vorab-Auskoppelung des Albums und als Videoclip seit einiger Zeit bekannt ist „Zu laut für Berlin“ – Frizz Feicks nachdrückliche Liebeserklärung an die Hauptstadt. Die längste Nummer des Albums ist treibend, auch laut, und bietet so die Plattform für wortgewordenes Lebensgefühl: „Diese Stadt schläft mit offenem Hemd.“ Während wir auf Feicks Streifzug rund um Alex und Tiergarten dem Bückeburger Gitarristen Olli Schröder und einer an Eberhard Weber erinnernden zarten Fretless- Bass-Linie begegnen, ist Frizz schon an Berlins nächster Kreuzung angelangt: „Dein wilder Asphalt schmeckt nach Kebab und Benzin.“ Der Hymne folgt „Viel zu schön“, das einzige Coverstück des Album. Text und Musik stammen aus der Feder des Berliner Liedermachers Manfred Maurenbrecher. Am Anfang steht das „Ja“. Dieses ganz kurz gesprochene Ja. Wie Japp. Aber ohne Doppel-P. Dann Träume, Sehnsüchte: „Ich schenk uns einen Ort ganz ohne Zeit“, denn „Ich will Dich nur ansehen“. Weiter geht’s auf dem sich windenden Weg der Lebenserkenntnis mit „Sowas von egal“. In diesem funky ins Bein gehenden Midtempo-Song begegnen wir Lukas Kochbeck am Schlagzeug und einem Alltagsthema. „Mir scheint die Wahl der Kommunikation banal“, singt Feick. Ob dies? Ob das? Ob Ladi? Oblada!
Dann „Ohne ein Wort“: Von fern weht eine Stimme herüber. Es ist die von Christina Lux, ein weiterer prominent besetzter Sidekick auf diesem Album – und nicht der einzige in diesem Song. „Ohne ein Wort trifft die Ebbe das Meer“, hängt Feick Betrachtungen nach und fordert für sich: „Ich bin lautlos, wortkarg und still, ja, weil ich das so will.“ Die lyrische Träumerei beendet Ausnahmegitarrist Thorsten de Winkel (Pat Metheny Group, Alphonse Mouzon, Hellmut Hattler, Tab Two und viele andere) mit einem wilden Solo. Danach lenkt Frizz Feick den Blick auf eine soeben fertiggestellte Großbaustelle: „Zehn Fenster zum Süden raus, im Westen tagaus“ – es klingt, als besinge Feick in „Haus hinterm Hügel“ den erst vor Jahresfrist für ihn wahr gewordenen Traum vom soeben fertiggestellten Eigenheim. Wer weiß? In fettem Rockgewand mit sehr gemäßigtem Tempo kommen die „Nachtpiraten“ daher. „Es ist Nacht, und es lebt. Es hat sich grad noch was bewegt“. Ein Streifzug unterm Firmament, an dem sich die Geister scheiden werden, und zwar in „West“ und „Ost“. Hier im Westen komme das Stück nicht so an, weiß dessen Autor. Ganz anders im Osten: „Da finden die das rattenscharf“, ist Feick auf den geteilten Erfolg stolz. Zum Schluss kredenzt er „Famose lezzte Worte“. Sätze, die haften bleiben, denn sie kommen nah, gehen unter die Haut: „Wir hatten viel zu wenig Zeit uns zu erzählen übers Leben. Deins und meins, wie’s singt und lacht. Ab und zu.“

Neben den erwähnten musikalischen Special Guests wären an dieser Stelle noch die beteiligten Musiker zu erwähnen. Da gibt es genau zwei: Frizz Feick und vor allem George Kochbeck. Noch heute bekannt als Urgestein der ostwestfälischen Rock- und Popszene, hat der Keyboarder längst weitere Wege beschritten und sich einen Namen gemacht als Komponist von Filmmusiken für ungezählte Kino- und TV-Produktionen: Tatort, Stahlnetz, Soko Leipzig, Balko, Wolfs Revier – um nur einige wenige zu nennen. Kochbeck ist es gelungen, die Stimme von Feicks Balladengesang authentisch einzufangen und in ein zeitgemäßes musikalisches Umfeld zu versetzen. Ein bisschen Pop, ein bisschen Latin, ein bisschen Jazz, ein bisschen Rock. Und ein Riesenbissen Feick. Beam me up, George!

„Woanders und hier“ ist ab heute im Tonträgerhandel erhältlich, und zwar als CD und auch als Download. Kleiner Tipp: Das Titelstück ist, ebenfalls ab heute, als Video auf Youtube zu sehen. Neben Feick und Kochbeck wirken darin auch Sabine Bulthaup und Ecki Stieg mit. Und gedreht worden ist es gleich um die Ecke: in Potts Park.

Kontakt: www.frizzfeick.de oder www.facebook.com/feickbook

Autor: Thomas Meinecke

Frizz Feick Woanders und hier
Der Melodiebogen der zackigen Stakkato-Streicher löst sich in der Atmosphäre eines großen Raums auf und macht über einem einsamen E-Piano einer gestopften Trompete Platz, die eher verhalten herumnäselt. Aber nicht zu lange, nur bis der satte Trommelrhythmus steht. Und da ist schon die angeraute, aber weiche Stimme von Fritz Feick, die uns von einer gefährlich verführerischen Frau im Airport-Terminal von Kahului erzählt.

So gelangt man von der nasskalten Norddeutschen Provinz innerhalb von Sekunden nach Hawaii und hat vergessen, wo man herkommt. Das ist schon viel bei der aktuellen Witterung hier.
Damit beginnt der neue Longplayer von Frizz Feikk. Ohne viel des Federlesens betritt man eine Soundwelt, in der alle Register gezogen werden und die sich nicht von Genres begrenzen lässt, sondern sich ihrer bedient. Und das scheint die richtige Umgebung für die meist leise und doch eindringliche Stimme von Frits Feikc zu sein.

Vom weiten Raum der 1. Nummer ‚lebensgefährlich‘ landet man in dem kompakten Rumba-Groove von ‚Nicht mehr für dich‘. Der Song ist super tanzbar und ‚rund‘ genug, um sich in den Charts wohlfühlen zu können. Ich bin mir sicher, ihn schon bald im Radio zu hören.
Irgendwo zwischen Midtempo und Ballade bewegt sich ‚woanders und hier‘. Auch beim 3. Song stimmt alles. Die wiegende Musik und das Spiel mit der Sprache ergänzen sich wunderbar.
Das vorab veröffentlichte ‚Zu laut für Berlin‘ kommt etwas ausgefeilter als in der YouTube-Version. Man ist versucht, beim kraftvoll beginnenden Refrain ein Gitarrenbrett zu erwarten, bei dem die Sonne aufgeht. Stattdessen wird die Spannung erhöht, indem man mit den Stakkato-Streichern allein gelassen wird. Doch nach der Transponierung kommt der Refrain dann doch zu seinem Recht. Und die Gitarre erscheint am Ende auch noch. Geht doch! Es musste wohl erst die andere Tonart sein.

Während ‚Viel zu schön‘ die Erregunxkurve – es mag am zu belanglos gespielten Schlagzeug liegen – nach unten ablenkt, ist ‚Sowas von egal‘ wieder eine Einheit von Sprache und Musik und allein durch die Vielzahl von unterschiedlichen Sprachbildern unterhaltsam. Auch hier drin steckt Chart-Potenzial.

In einem sehr großen Raum taucht ‚ohne ein Wort‘ auf; lyrisch verträumte Bilder, Natur-Metaphern münden schließlich in ein fetziges Solo, bei dem ich mir nicht sicher bin, ist es nun der Synthi oder eine wahnwitzige Gitarre. Oder beides?

Das ‚Haus hinter dem Hügel‘ bedient die eher romantischen Hörer. Vor meinem vergeistigten Auge erscheint dabei das Landleben zwischen den Ausläufern der Rehburger Berge. Es ist wirklich schön dort.

Durch die Zeit segeln die ‚Nachtpiraten‘. Sie haben die langen Nächte der 70er überlebt, aber eine Gitarre und eine John-Lord-Orgel von ihrer Reise
mitgebracht. Und die Reise ist noch nicht zu Ende, das Endziel scheint Berlin zu sein, was gar nicht mehr so fern ist.

Abschließend gibt es bei ‚Famose lezzte Worte‘ einen Anflug von Sehnsucht, die mit guten Wünschen für die Liebste und einem nützlichen Tipp für die Schuhe überspielt wird. Auf schönen, balladenhaften Harmonien wird mit etwas Wehmut und einem Funken Hoffnung auf Lichtzeichen aus dem Kühlschrank gewartet.

Was erwartet man, wenn ein erfahrener Songwriter mit einem gestandenen Filmmusik-Komponisten ins Studio geht? Es kann wohl nur etwas Hochkarätiges dabei herauskommen. Der eigene Anspruch der Künstler legt die Latte hoch, wie Jörg Immendorf schon sagte: Liegt die Hürde hoch, freut sich der Sprung.

Als Ergebnis beinhaltet die Scheibe eine Reihe von Kunstwerken, ein jedes für sich. Der Klang der Stimme und die Streicher sind der Rote Faden. Rund herum öffnen sich die Welten, immer wieder andere und doch allesamt Aspekte des Monopalasts. So erleben wir einen Song- und Soundgenuss, der weit über den Mainstream hinausragt, der zu einer besinnlichen Stunde genauso passt wie zu einer Party.

Metafferix, Januar 2014

Ein dickes Lob für dieses Album. Ich hab’s jetzt einige Male in Ruhe gehört und finde es wirklich schön. Ein Album für erwachsene Menschen mit Freude an Worten und an ausgefeilten Arrangements: Da gibt es wirklich einiges zu entdecken, und man merkt ständig die Liebe zum Detail und die vielen Ideen, die in die Songs eingegangen sind. Es ist schwer, einzelne Songs heraus zu picken, sie haben alle ihren eigenen Charme, aber es gibt Lieblings-Momente: Der selbstbewusste und mächtige Einstieg in „Lebensgefährlich“, überhaupt die Orchester-Arrangements, die nicht nur bei „Zu laut für Berlin“ leicht an Peter Fox denken lassen. Letzteres übrigens mein derzeitiger Lieblingssong (hier sind echte Drums, oder?). Schön auch die luftige Rhythmik von „Nicht mehr für dich“, was wohl auch der radiogeeigneteste Song ist. Die Lakonik und die sorgfältige Wortwahl der übrigen Stücke gefällt dem norddeutsch geprägten Hörer, „Nachtpiraten“ fällt da etwas raus.

Dieses Album ist besonders eindrucksvoll in der Gesamtheit, und es wird es zuerst beim Radio wohl etwas schwer haben, dafür ist es zu feingliedrig und etwas zu melancholisch. Abends wird’s bestimmt laufen. Aber wer weiß- eigene Ansätze setzen sich ja auch schon mal durch- für mich allemal besser als die üblliche Massenware, die ich sonst auf den Tisch kriege.

WDR 2 sollte das Werk auf jeden Fall kriegen, und bei uns könnte ich mir die eine oder andere Abendsendung vorstellen.

Eine leider nicht ganz so kurze Rezension von FRIZZ FEICKS   „WOANDERS UND HIER“

Ich kenne Frizz Feick nicht und habe auch vorher nie von ihm gehört. Aber ich hätte ihn kennen sollen. Ein Musiker, der  so etwas wie „Woanders und Hier“ auf den Weg bringt, hätte meine Aufmerksamkeit eigentlich schon viel früher verdient gehabt. Diese offensichtlich mit  George Kochbeck in einjähriger inniger Zusammenarbeit entstandene CD  ist es unbedingt wert, dass man sich mit ihr ausgiebig beschäftigt, denn in den zehn Stücken oder Liedern – wie auch immer – stecken Wahrheiten, klingt Leben, Liebe und all das, was man so über die Jahre hinweg mit- und aufnimmt, an und durch, und es  macht natürlich auch schlicht und einfach Spaß, die Scheibe aufzulegen und anzuhören. Es ist in diesem Sinne sozusagen ein nahezu perfekt gemachtes Werk  über ein Leben, das viele Gemeinsamkeiten und Schnittmengen mit dem der vielen anderen  hier und woanders aufweist, so dass man sich oftmals nicht nur in der Musik, sondern auch in den exzellenten Texten wiederfindet.

Die CD in Gänze ist so herrlich unaufgeregt und locker, so entspannt und völlig ohne Hektik, drängt sich nicht auf und hakt sich nicht schmerzhaft ein, wie man das oft bei den Ergüssen jüngerer Musiker, die sich noch in ihrer Sturm- und Drangzeit befinden, erleben muss. Aber man spürt, dass da  jemand musikalisch mit sich im Reinen ist, dass da ein gestandener Mann hinter allem, hinter Musik und Text steht, der so etwas wie eine Art Fazit zieht, sich quasi im Lehnstuhl ausstreckt und mit innerer Zufriedenheit sagt: „Tja, hört euch das mal an. Das war mein Leben, jedenfalls  bis hierhin.“ Nichts, das nach den glatten  und immer gleichen Produkten aus den auch bei uns inzwischen ansässigen Hitfabriken klingt. Keine Dutzendware, also. Nichts, das mit infantilen Knüppelreimen über das Verhältnis zwischen Mann und Frau zu punkten versucht, sondern vielmehr ein ganz starkes Stück Musik für Erwachsene, für Leute, die mitten im Leben oder auch vielleicht daneben stehn und trotzdem noch gut drauf sind.

Aber man muss sich schon reinhören. „Woanders und Hier“ nur einmal durchlaufen lassen genügt nicht.  Die Musik springt einen nicht gerade an. Darauf ist sie auch gar nicht aus. Man muss sozusagen in die Stücke hineinkriechen, muss sich mit Frizz Feick beschäftigen, mit den einzelnen Songs, den Melodielinien, den Schichten, die da zusammenwirken oder wegstreben. In den zehn Liedern  sind viele interessante und spannende Besonderheiten verborgen. Die volle Wirkung kommt eigentlich erst dann zur Geltung, wenn man immer wieder, etwa im Auto auf langen Fahrten, zuhört, was uns Frizz Feick so zu berichten hat, wie er das stimmlich bewältigt und auf welche Art und Weise Kochbeck seine verschiedenen Keyboards dazu eingewoben hat. Da stecken Botschaften und Lebensweisheiten drin. Da kommt der erfahrene Musiker um die Ecke. Da schreibt sich der entäuschte Liebhaber seinen Frust von der Seele und umgekehrt.
Zwar kann ich dem Aufmacher „Lebensgefährlich“ nicht allzuviel abgewinnen. Hab`s versucht, aber wir sind bis jetzt noch nicht zusammengekommen.  Anders dann aber schon die zweite Nummer „Nicht mehr für Dich“. Das grooved befreit latinomäßig von vorne bis hinten durch und übernimmt gekonnt rhythmisch das Thema des Songs. „Mein großes Herz ist wieder frei“ heißt es da oder „Steck dir deine Liebe an den Hut.“ Wer dabei nicht ins Wippen kommt, sollte sich begraben lassen.

Das Herz auf ging mir dann auch schon beim Titelstück „Woanders und Hier“. Wie das übrigens  von Frizz Feick selbst gespielte Saxophon anfangs in die Stimmung hineinführt und gekonnt die Atmosphäre aufbaut, fängt ein, hält fest und wärmt an. Die etwas heisere, leicht brüchige Stimme  steigt dann ungemein locker und lässig in die erste Strophe ein. „Tu mir den Gefallen und lass mich nicht warten. Warten ist der fiese Feind meiner Zeit.“ Das kommt wirklich total gut rüber. Text und Musik sind genial miteinander verknüpft und verknotet und das geht so bis zum Schluss. Man drückt quasi von wie selbst auf die Wiederholungstaste.

Aber auch „Zu laut für Berlin“  hat diese legere einnehmende Art, dieses lässige Daherkommen, mit beiden Händen in den Hosentaschen, allerdings ohne dass man das Gefühl hat, ein Leichtgewicht im CD-Player liegen zu haben. „Diese Stadt riecht nach offenen Türen. Diese Stadt schläft mit offenem Hemd. Diese Stadt schweigt, verführt zum Verführen. Diese Stadt lebt, diese Stadt brennt.“ Das ist nicht nur ein Text. Das ist Poesie und beschreibt mit sechs kurzen Metaphern die ungeheure Vielfalt der Hauptstadt, um dann mit leichter Feder im nächsten Chorus ins Individuelle umzuspringen: „Ich hab die ganze Nacht gelacht und nicht geschlafen, in meinen Adern bestes Restadrenalin, und als es hell war, wusste ich noch meinen Namen. Dein wilder Asphalt schmeckt nach Kebab und Benzin.“ Solche Lyrik wünschte man sich öfter in der deutschen Poplandschaft, aber dafür brauchte man vielleicht auch die nötige Zeit, um Eindrücke sacken zu lassen, um an Formulierungen zu feilen, bis alles so steht und klingt, wie es soll.
Und dann „Viel zu schön“. Ein Lied aus dem Jahre 1985 von meinem Lieblingssongwriter Manfred Maurenbrecher. Der erzählt mit hingeworfenen Worten über ein Wiedersehn nach vielen Jahren, aber wie Frizz Feick diesen Song angeht, ist schon hörenswert. Er sprechsingt gekonnt über die Kochbeckschen Keyboards hinweg und verleiht ihm dadurch eine Qualität, die ähnlich wie bei dem ein oder anderen Dylancover, das eher spröde Original übertrifft.

Ganz oben in meiner Rankinglist – sagen wir auf Platz 2 – steht die CD-Nr. 6: „Sowas von egal.“ Mag sein, dass Frizz meine Liste wirklich sowas von egal ist, aber fast jeder, der Musik hört, sucht sich seinen ureigenen Zugang, findet den oder jenen Song gut, den einen besser oder eingängiger als einen anderen, und so nimmt man, wenn man sich lange genug mit einem Werk beschäftigt, von ganz alleine eine Art Reihung vor. Begründen kann man das oft nicht, aber ich finde, dieser Song läuft wie von selbst dahin und immer weiter bis die dreieinhalb Minuten um sind. Im eigentlichen Sinne Hits vermag ich auf dieser CD zwar nicht zu erkennen. Dem dürfte schon unser sogenanntes Formatradio entgegenstehn. Ich denke aber mal, dass es Frizz Feick darum auch gar nicht geht, sondern eher darum, seine Vorstellung von guten Songs in die Tat umzusetzen. Aber  „Sowas von egal“ hat durchaus diese Eingängigkeit, die ein gutes Radiolied braucht, um sich in die Gehörgänge zu setzen und mit 3:36 passt auch die Länge für `n schnellen Rausch.
„Ohne ein Wort“  kommt für mich aus der Dämmerung, taucht auf aus der Nacht, mystisch fast die Akkorde mit der verbindenden Perlenschnur, eine der genialen Kochbeck-Einleitungen, die man so schnell nicht vergisst. Frühe Erinnerungen kommen hoch. Ich liebe die Kinks. Ganz besonders „Rainy day in June.“ Ich spüre Ähnlichkeiten, thematisch und musikalisch, und lasse mich einfangen. Hab mir übrigens – das nur kurz eingeflochten – gerade mal bei Youtube wieder die gefühlte 50 Jahre nicht gehörte Scheibe reingezogen. Ist natürlich anders als gedacht, einfacher, aber durchaus atmosphärisch ähnlich und gut.

Mit „Haus hinterm Hügel“ ist die Leichtigkeit wieder da. Nach zwei, dreimal Hören singe ich mit. Gut gemacht Frizz und George. Ich hab jetzt das Gefühl, Frizz zu kennen und würd` gern in der Abendsonne mit ihm auf `ner Bank vor dem Haus hinterm Hügel sitzen, Tee trinken, `n  Käsebrot essen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen.

Nicht so mein Fall ist „Nachtpiraten“. Nicht das der Song schlecht ist. Aber ich find`einfach keinen Zugang. Trotzdem: Ganz sicher gibt es `ne Menge Leute, die damit mehr anfangen können als ich. Möglicherweise setzt der ein oder andere „Nachtpiraten“ sogar auf seine Poleposition. Geschmack ist was Eigenartiges, aber man sollte  Vorlieben oder Abneigungen nicht überbewerten. Steckt doch eh nur eine einzige Person dahinter.

Dagegen sind „Famose letzte Worte“ am Ende – für mich – noch mal ein echter Bringer. Schubbi, dem das Lied gewidmet ist, sollte sich freuen. Frizz Feick hat ihm ein Goldstück geschenkt. „Jetzt bist du gerade zehn Minuten aus der Tür und du fehlst schon wieder.“ Ich finde es immer wieder faszinierend wie er in einem Satz das manchmal doch ungemein komplexe Leben so präzise auf den Punkt bringt. Besser hätte man einen Verlust nicht artikulieren können.

Bin durch, aber noch lange nicht fertig mit Frizz Feick und George Kochbeck. „Woanders und hier“ wird mich ganz sicher noch einige Zeit begleiten, ist die CD doch mehr als die vielen kurzlebigen Musikprodukte, die der Markt heute gebiert. Wen die Sehnsucht nach musikalischer Substanz umtreibt, der sollte hier zugreifen. Von mir jedenfalls die Höchstpunktzahl.

Herford,  8.12.2013

Werner Vogt

von Johannes Pietsch

Kritik-Park-Cafe„Woanders und hier“: Sänger und Komponist Frizz Feick stellt im Park-Café sein brandneues Album vor

Bückeburg. Was lange währt, wird endlich „Woanders und hier“. Über ein Jahr hat der heimische Musikus Frizz Feick an seinem neuen Album gearbeitet. Zwar kommt das beim Hamburger Label Monopalast Records erschienene Werk offiziell erst im Januar in den Handel, doch so frisch aus dem Studio ist gerade jetzt die beste Gelegenheit für den in Ahnsen beheimateten Sänger, Komponisten und Multiinstrumentalisten, die neuen Songs gemeinsam mit seinen musikalischen Mitstreitern auf die Bühne zu bringen. So wie jetzt beim Auftritt in der intimen Atmosphäre des Park-Cafés, wo, umgeben vom winterlichen Bückeburger Schlosspark, das Publikum, unter ihnen auch Ecki Stieg, einst Moderator der legendären „Grenzwellen“ bei Radio FFN, quasi auf Tuchfühlung mit dem Sänger die Songs von „Woanders und hier“ nicht nur anhören, sondern förmlich inhalieren konnten. Und ganz nebenbei auch die Gelegenheit hatten, das neue Album käuflich zu erwerben. Denn bei den Liveauftritten von Frizz Feick ist das Werk bereits seit einigen Wochen zu haben.

Musikalischer Mitstreiter ist dabei für den Ahnser in erster Linie George Kochbeck: Seit über drei Jahrzehnten zählt der im heimischen Wiedenbrügge lebende Keyboard-Spezialist als Komponist, Produzent oder Studiomusiker zu den gefragtesten Köpfen Deutschlands. Die Liste der Musik-Prominenz, für die George Kochbeck bereits im Studio oder auf die Bühne in die Tasten griff, reicht von Hannes Wader über Ina Deter und Ulla Meinecke bis zu Peter Maffay. Ebenso viel beschäftigt ist der Wiedenbrügger als Komponist von Film- und Fernsehmusik für so populäre Sendeformate wie „Tatort“, „Soko Leipzig“ oder „Balko“. Für das neue Album seines langjährigen Freunds Frizz Feick (man kennt sich seit über zwei Jahrzehnten, unter anderem aus gemeinsamen Bandtagen der legendären Formation „Beatclub“) produzierte, arrangierte und spielte Kochbeck die Musik und war auch an deren Komposition beteiligt.

Da niemand die Musik des neuen Oeuvres aus dem Hause Feick so genau kennt wie George Kochbeck, ist es auch nur logisch, dass der Ahnser Sänger und Songschreiber seine derzeitige Mini-Tour, angefangen mit zwei Auftritten auf dem Weihnachtszauber auf Schloss Bückeburg, mit ihm zusammen absolviert. Auch beim Konzert im „Park-Café“ griffen die beiden gemeinsam in die Tasten ihrer E-Pianos, wobei sie die Akkorde der Songs von „Woanders und hier“ so traumwandlerisch sicher aufeinander abgestimmt intonierten, dass sicherlich nicht wenigen im Publikum die Assoziation zum berühmten polnischen Klavierduo Marek & Vacek gekommen sein dürfte.

Nach dem launigen Auftakt durch Sangeskollegen Rolf Black mit Coverversionen bekannter englischsprachiger Chart-Erfolge mit recht schräg eingedeutschten Texten (aus Bryan Adams berühmter Robin-Hood-Schnulze „Everything I do, I do it for you“ wurde da „Alles was ich tu, tu ich für Du“) gehörte die Bühne den gefühlvollen, oftmals melancholischen Klängen des neuen Feick-Albums, dessen Texte sich wie stets durch die hintergründige, doppelbödige und spitzzüngige Fabulier- und Dichtkunst des Ahnsers auszeichnen. „Woanders und hier“, das ist der Kontrast aus der ländlichen Idylle seiner Schaumburger Heimat zur mondänen Großstadtwelt Berlins, wo Frizz Feick oftmals in Sachen Musik unterwegs ist. Während in „Haus hinterm Hügel“ aus jeder Zeile die Liebe zu seinem Heimatort Ahnsen quillt, wo der Sänger mit dem charakteristischen Doppel-Z mit Frau, zwei Eseln und Bernhardiner im Grünen lebt, komponiert und schreibt, atmet „Zu laut für Berlin“ mit viel akustischem Bombast ganz die Luft der Bundeshauptstadt. Am häufigsten geändert, aber dennoch zum Lieblingsstück avanciert sei das sehr ironische Stück „So was von egal“, kündigte Frizz Feick den Song an. Und ein Kreis schließt sich für Keyboarder George Kochbeck bei „Viel zu schön“, dem einzigen Coverstück des neuen Albums: Denn schon bei der Aufnahme des Originals von Manfred Maurenbrecher vor fast 30 Jahren saß er im Studio an den Keyboards.

Ältere Feick-Stücke wie beispielsweise das funkig angehauchte „Tacheles“ durften beim Auftritt im „Park-Café“ ebenso wenig fehlen. Im kommenden Jahr wollen sich Frizz Feick und George Kochbeck mit einem Gitarristen und einem Bassisten verstärken, um die Musik von „Woanders und hier“ mit Bandbegleitung auf die Bühne zu bringen.

artikel_evinghausenFrizz Feick überzeugt mit Liebesliedern in Evinghausen

Im Bauernhaus der Freien Waldorfschule hat der Sänger und Pianist Frizz Feick mit seinen melancholischen Liebesliedern überzeugt. Der englische Gelehrte Robert Burton (1576-1639), der seinerzeit ein Buch mit dem Titel „Schwermut der Liebe“ verfasste, scheint des Öfteren Pate zu stehen, wenn Frizz Feick seine Liebeslieder schreibt. In sehr melancholischer Stimmung interpretierte er in Evinghausen einnen Querschnitt aus seinen fünf bisherigen Alben. Dem Publikum gegenüber behauptete er aber mehrfach mit einem Augenzwinkern, das läge nur an dem Flügel, der sei so melancholisch.

In der intensiven Atmosphäre des Bauernhauses der Waldorfschule malte Feick Klangbilder auf dem Flügel, die vom Publikum mit reichlich Applaus und konzentriertem Lauschen bedacht wurden. Seine Lieder behandelten dabei nicht nur die Phasen der Liebe zwischen zwei Menschen: Auch seinem „Haus hinterm Hügel“ widmete der aus dem Schaumburger Land kommende Künstler ein Lied. Die von Michael Posch veranstaltete Konzertreihe wird fortgesetzt am 8. November mit der Anke-Johannsen-Band.

sn_2013-10-30von Tina Bonfert

Im Dezember erscheint das neue Musikvideo von Frizz Feick — neue CD im Januar.
Knapp zwei Meter hohe Stühle und Tische, eine Küche, in der man eine Leiter braucht, um die Schränke öffnen zu können, und mittendrin, ganz klein wirkend, Fritz Feick. Obwohl der Sänger und Liedermacher bereits seit Anfang der Neunziger im Musikgeschäft mitmischt, ist der Videodreh im „Riesenhaus“ im „Potts Park« in Minden eine neue Erfahrung für ihn. „Tu mir den Gefallen und lass mich nicht warten“, singt Feick in seinem Lied „Woanders und hier“ – und lange warten müssen seine Fans auch nicht mehr. Die Dreharbeiten sind abgeschlossen, das Video zu dem Song über die Qual des Wartens soll im Dezember veröffentlicht werden, das gleichnamige Album folgt dann im Januar. Zum ersten Mal in seiner Musikkarriere sind bei den Dreharbeiten für die nächste Singleauskopplung nicht nur die gesanglichen, sondern auch die schauspielerischen Qualitäten des Ahnsers gefragt. In einer Szene ist Feick zu sehen, wie er die Schultern hängen lässt und mit einem Strauß Blumen und einer Flasche Wein durch eine riesige Pforte tritt. Bei einer Aufnahme macht ihm die Tür einen Strich durch die Rechnung und springt wieder auf – das ist so ein Moment, wo auch Feick dann auch nicht länger traurig dreinblicken und lachen muss. „Es ist oft schwer, ernst zu bleiben“, verrät der selbstkritische Schauspielneuling.

Immer wieder schaut sich der 50-Jährige die Aufnahmen an. Wenn etwas nicht passt, wird die Einstellung eben noch einmal gedreht. „Es ist erstaunlich, wie gut das doch wirkt. Eine Rolle in ,Gute Zeiten – Schlechte Zeiten‘ würde ich mir zutrauen“, scherzt Feick, der selbst von seiner Wirkung im Film überrascht ist. Für das lippensynchrone Singen zu dem Playback hat der Musiker jedoch schon vorab geübt, wie er bei den Dreharbeiten verrät. Die Fahrgeschäfte und besonders das „Riesenhaus“ sind die ideale Kulisse für das Musikvideo, weil es die Stimmung in dem Lied widerspiegelt, wie der Liedermacher erklärt. Geschäftsführer Henrik Pott hat den Erlebnispark gerne zur Verfügung gestellt und findet die Dreharbeiten in dem „Riesenhaus“, das es sogar in das Guinnessbuch der Rekorde geschafft hat, selbst auch sehr unterhaltsam. Vor und hinter der Kamera haben der Sänger und sein Team, bestehend aus Filmkomponist George Kochbeck, der zum Beispiel Musik für „Tatort“ komponiert und Feicks neues Album mitproduziert hat, Sabine Bulthaup (Schauspiel), Martin Hermann (Kamera). Dirk Schelftneier (Drehbuch, Regie), Tim Simoneit (Maske) und Norbert Zingresch (Assistent) sichtlich Spaß. Die lustigsten Patzer sollen in einem separaten Video veröffentlicht werden. Bulthaup, die Ehefrau von Kochbeck, spielt in dem Video die untreue Gattin von Feick, die sich vergnügt, während ihr Mann zu Hause wartet. Ob es ein Happy End gibt, wird an dieser Stelle aber noch nicht verraten, das ist dann in dem Video zu sehen.

Frizz Feick & Charmante Begleitung

“Mit Frizz bleiben die Sorgen am Ufer zurück. Frizz Feick und George Kochbeck verzaubern den Wilhelmstein mit Lounge-Pop.”

Nachtausgabe

Bückeburg (bus). Die „Nachtausgabe“ ist traditionell immer wieder für eine Überraschung gut. In der jüngsten Auflage der von der Volksbank in Schaumburg und der Schaumburg-Lippischen Landes-Zeitung ausgelieferten Veranstaltungsserie stellte sich mit Frizz Feick zwar ein bestens bekannter Stammgast vor, der Komponist und Interpret kam jedoch in der recht ungewöhnlichen Rolle des Frontmanns einer Band daher. Dass der Bückeburger und dessen Mitstreiter auch in dieser Darbietungsform zu den hochkarätigeren Vertretern ihrer Zunft zählen, bezeugte der üppig spendierte Applaus des Publikums eindrucksvoll.

Frizz Feick überzeugt im „Nachtausgabe“-Programm „Das beste bis jezzt“ in der Rolle des Frontmanns einer Band. Mehrmals kommt Sängerin Anke Simon dem Sänger als trefflich intonierender Widerpart entgegen.

Feicks Programm „Das beste bis jezzt“ bot ein Querschnittserlebnis mit Titeln aus den bislang vier Album-Veröffentlichungen des als Singer und Songwriter bekannt gewordenen Allroundtalents. 14 Mal durfte das in der Kundenhalle des Geldhauses erwartungsfroh lauschende Auditorium aufhorchen, was aus Stücken wie „Tacheles“, „Panama“, „Regenbogen“, „Du gehst mir gut“ und „Kein Zuckerschlecken“ entstehen kann, wenn sie jenseits von Studiotüftelei und Aufnahmeperfektion zu Gehör gebracht werden. Und wenn ihnen eine Formation den Weg ins Ohr ebnet, für die die Umschreibung „formidabel“ nicht zu hoch gegriffen ist.

Mit George Kochbeck (Keyboards), Markus Setzer (Bass), Athanasios Tsoukas (Perkussion) und Anke Simon (Gesang) hatte der Künstler mit der Vorliebe fürs Doppel-Z sich einige Musikanten zur Seite gesellt, deren Qualifikation weit über das Fluidum possierlicher Provinzbühnen hinausreicht. Kochbeck ist ein gefragter Live-Tastateur, der zahllose Konzerte mit namhaften Künstlern in der ganzen Welt als musikalische Referenz vorweisen kann. Setzer gilt nicht nur in Bassistenkreisen als Koryphäe mit übergroßem Sinn für Harmonik. Tsoukas entfachte mit einem mehrminütigen Trommelsolo einen wahren Begeisterungssturm, und Simon kam Feick bei drei Duetten als trefflich intonierender Widerpart entgegen.

Da das Zusammenspiel der Instrumentalisten nach allen Regeln professioneller Handwerkskunst und gegenseitigen Respekts vonstattenging, konnte der auf dem Hamburger Kiez dereinst als der „helle Barde aus Schaumburg“ angekündigte Bückeburger, der bislang zumeist als Keyboard spielender Interpret aufgetreten ist, die ungewöhnliche Rolle des (Allein)-Sängers relativ gelassen angehen. Ausgestattet mit markanter Stimme und reichlich Wortspieltalent entführte er die Zuhörerschaft in eine von Tiefe und Leichtigkeit ebenso wie von Ernst und Humor geprägte Textwelt. Dem Gesamtvergnügen sehr zuträglich war die dezent-legere Zurückhaltung des Troubadours. Feick präsentierte sich trotz seines Parts als Hauptdarsteller keineswegs als jemand, den es mit Macht an die Rampe drängt (wo man ja bekanntlich zur Sau werden kann), sondern drückte dem Bühnengeschehen mit unaufdringlichen Gesten und Gebärden seinen Stempel auf.

Zu den Höhepunkten des Abends zählten fraglos das lateinamerikanische „Rumtata“ (mit allerhand Solo-Einlagen der Gastmusiker), das von der CD „Panama“ stammende „Kein Zuckerschlecken“ (mit einem kilometerlangen Wander-Saxofon-Solo Feicks quer durch die gesamte Kundenhalle) und das von Kochbeck und Feick per Doppelkeyboard begleitete Zugabestück „Famose letzte Worte“. Danach konnte nichts mehr kommen.

von Rolf Graff

Minden (rgr). Der Bückeburger Frizz Feick, der sein Terzzett, ebenso wie seinen Vornamen mit zz schreibt, ist in Minden bisher noch recht unbekannt. Dies sollte sich nach seinem Konzert im Rahmen des „Mindener Sommers“ schnell ändern, denn die Zuhörer, die trotz Konkurrenzveranstaltungen in den Innenhof des BZA kamen, zeigten sich sehr begeistert.

Mehr als Balladen, die den Schwerpunkt bilden, hat der Pianist und Sänger im Repertoire, das ausschließlich deutschsprachig ist. Die besten Songs aus zwölf Jahren und neue Titel aus der aktuellen CD „Blaupause“ brachte Feick an diesem Abend zu Gehör.

Mit viel Energie, Gefühl und instrumentaler Kompetenz boten die drei Musiker einen frischen Mix aus Pop, Jazz, Chanson, Soul, etwas R..&B.. und einer gut abgewogenen Portion Rhythmus.

Es war der erste Auftritt für das neue Terzzett. Statt Andre Werkmeister, der verhindert war, bediente Christian Simon das Schlagzeug, was er mit viel Sicherheit und einigen kleinen Extras tat. Udo Hartmann zupfte seinen Bass mit Ausdruck und Gespür für die Besonderheiten der einzelnen Titel.

In seinen Texten, die sich meist mit Beziehungen und dem Alltag befassen, erweist sich Feick als Beobachter feiner Details und versteht es, diese in alltagsnaher Sprache und originellen Bildern zu spiegeln. Herz und Hirn dürfen beim Hören gern eingeschaltet bleiben.

Passend beginnt er mit „Tacheles“, macht klar, dass er keine „Seitenspringer“ mag und wünscht dann „Vertreib den Regen“. Mit „Rumtata“, und „Panama“ präsentiert er ältere Titel, die immer noch für viel Beifall sorgen und auch Erinnerungen an die Fernsehkindheit in „schwarz-weiß“ mit Bonanza, Fury, bezaubernde Jeannie und Flipper werden wachgerufen. „So gut, so weit“ singt er allein zum Klavier, um dieses danach, während das Publikum den Refrain von „Kein Zuckerschlecken“ singt, zu verlassen und mit dem Spiel auf seinem Saxofon für wohlige Schauer zu sorgen.

Er beherrscht seine Instrumente meisterlich und auch sein lässiger, manchmal samtweicher Gesang kann in der Oberliga bestehen.

Für das letzte Stück holt er mit Bernd Suchland einen weiteren Saxofonisten auf die Bühne zur gemeinsamen Improvisation. Die heftig geforderte erste Zugabe „Der Geruch von deinem Haar“ spielen alle Musiker zusammen und am Ende verabschiedet Frizz Feick sich allein am Klavier mit „Famose letzte Worte“.

Dokumenten Information Copyright © Mindener Tageblatt 2009

Kritik Bergkirchen

„Frizz Feick begeistert seine Zuhörer in Bergkirchen mit kongenial gespieltem „Lounge-Pop“.

„Blaupause“ ist der Titel des Programms gewesen, mit dem Frizz Feick das Publikum in der Katharinenkirche in Bergkirchen am vergangenen Freitag in eine passende Kellerkneipen-Stimmung versetzt hat. Der Bückeburger Ausnahmemusiker präsentierte auf Einladung von George Kochbeck kongenial gespielten „Lounge Pop“.Der Liedermacher aus Schaumburg war nicht allein nach Bergkirchen gekommen. Corinna Ludzuweit und Markus Setzer unterstützten Feick an Percussion und Bass, Kochbeck selbst stand hinter den Keyboards, um sowohl Titel aus Feicks jüngster Veröffentlichung „Blaupause“ als auch ältere Stücke wie „Panama“, „Seitenspringer“ und „Rumtata“ zu spielen. Die Musiker überzeugten im gut gelaunten Zusammenspiel mit den lässig-jazzigen Pop-Perlen aus Feicks Feder, die mit ihren Bossa Nova -und Funk-Zitaten selbst die harten Kirchenbänke des Gotteshauses vergessen machten und das Auditorium in die entspanntbeschwingte Stimmung eines lauen Sommerabends versetzten.

Dabei sorgte nicht nur Feicks Charakterstimme für einen Hörgenuss der besonderen Art. Sind seine leicht dahinschebenden Melodien Grund genug für stetig anschwellenden Zwischenapplaus gewesen, waren es seine Texte allemal. Mit Wortwitz, hintergründigen Sprachspielereien und einem genauen Blick fürs Detail erzählte der Musiker Anekdoten aus dem ganz normalen Alltag. Dabei erwies er sich als großartiger Texter, der es schaffte, melancholisch von Liebe und Sehnsucht zu singen, ohne sentimental zu sein, und lakonisch von Nachmittagen vor dem Fernseher bei Kartoffelsalat und Würstchen zu berichten, ohne mit Belanglosigkeiten zu langweilen.

Alles andere als langweilig war es dann auch, Feick dabei zuzusehen, wie er sich durch seine Songs tänzelte, nicht stillsitzen konnte und im Duett mit Anke Simon in Musik verpackte Gefühle und Stimmungen nachvollziehbar werden ließ.Am Ende des Konzertes zogen sowohl Feick als auch seine Fans ein Fazit, das auf eine baldige Wiederholung seines Bergkirchener Gastspiels hoffen lässt. Während die einen ihre Freude am Feick´schen Pop durch stürmischen Beifall Ausdruck verliehen haben, freute sich der Hauptakteur des Abends über die Gelegenheit, endlich auch mal in einer Kirche tanzen zu können.“

Feick-Konzert begeistert in der Schloßküche | Hochkarätige Gastmusiker

“Ein Auftritt des heimischen Multi-Musikers Frizz Feick, der gemeinsam mit Freunden und Überraschungsgästen Kostproben seines reichhaltigen Schaffens gab, zauberte charmante Live-Atmosphäre in das historische Gemäuer. Dabei kam Interpreten und Publikum zugute, dass die Feickschen Kompositionen eher dem aparten Fingerschnippen denn dem stupiden Rhythmus-Geklatsche des Musikantenstadls zugeneigt sind. Dezent verstärkt und akkurat abgemischt standen – in wechselnder Besetzung – zusammen mit Feick Anke Simon (Gesang), Udo Hartmann (Bass), Oliver Wenzel (Gitarre) und Dirk „Tiger“ Flieger (Perkussion) sowie Kellie Rucker (Mundharmonika) und George Kochbeck (Tasteninstrumente) auf der Bühne. Rucker stammt aus Los Angeles und hat sich als Sängerin und Bluesharpspielerin einen Namen gemacht; Kochbeck ist einer der gefragtesten deutschen Live-Keyboarder, der auf unzählige Gigs in der ganzen Welt zurückblicken kann. Das Auditorium hörte im Schloss überwiegend Stücke der aktuellen Feick-Veröffentlichung „Blaupause“, kam aber auch – „Rumtata“, „Panama“, „Seitenspringer“ – in den Genuss älterer Hits. Höhepunkt des kurzweiligen Abends war zweifelsfrei eine extra lange Version von „Kein Zuckerschlecken“, während der Feick saxofontrötend durch die Besucherreihen schlenderte und die restlichen Bandmitglieder relativ frei improvisierten.” (Herbert Busch) | SN

“Der nunmehr sechste Auftritt des Bückeburger Multitalents in der von der Volksbank in Schaumburg und unserer Zeitung offerierten Veranstaltungsreihe „Nachtausgabe“ hat dem Publikum am Dienstag einen beinahe frenetischen Schlussapplaus entlockt. Der Beifall hätte gut und gerne für mehr als die eine gebotene Zugabe gereicht.” (Herbert Busch)

Lust aufs Coprodukt: „Ja, wie geil ist das denn?“

Internetbekanntschaften werden real und hörbar / Frizz Feick trifft Hellmut Hattler trifft Fürst Alexander

“Bückeburg. Vorbei die Zeiten, da man Leute im Kino kennen lernte, im Konzert oder in der Kneipe. Heute machen zunehmend mehr Zeitgenossen auf sich und ihr Tun im Internet aufmerksam, lernen so andere kennen. Gleichgesinnte zum Beispiel. Davon kann Frizz Feick – der heimischen Zuhörerschaft wohlbekannter Liedermacher aus Ahnsen – jetzt ein ganz besonderes Lied singen. Dieser Tage arbeitet der Künstler gerade an seinem neuen Album, das noch im Herbst erscheinen soll. Eine Menge Mitwirkende hat Feick via Internet kennen gelernt. Montagabend war wieder einer dieser virtuellen Freunde im Schaumburger Land, einer der bekanntesten Bassisten in deutschen Jazz-, Rock- und Popgefilden: Hellmut Hattler.

Ort der ersten Begegnung – noch virtuell – war „Myspace“, eine ursprünglich für Musiker gegründete Internetplattform. Feick „kannte“ Hattler nur zu gut, schließlich war dieser mit seiner Band „Kraan“ immer mal wieder zu Gast in der Region: Mitte der 1970er Jahre in der Freilichtbühne Porta, eine Dekade später in einer Mindener Diskothek, dann in der Hamelner Sumpfblume. Diesen musikalischen Helden seiner Jugend fragte Feick im Sinne des Bestimmens des eigenen Standortes, was der eigentlich von seinen auch im Internet zu hörenden Produkten halte. Hattler war angetan. Was den Ahnser gleich zur nächsten Frage brachte: „Willst Du nicht bei einem Song meiner neuen CD den Bass spielen?“

Die Antwort kam prompt: „Mutig, mutig!“ Feick traute sich kaum weiterzulesen, tat’s trotzdem und war baff: Hattler war einverstanden, die Basslegende aus Ulm hatte Lust aufs Coprodukt. „Eigentlich versuche ich fast schon militant, meinen Ruf als Nicht-Studiomusiker aufrecht zu erhalten“, stellt der bei Ulm wohnende Musiker zunächst einmal klar. Und erläutert die höchst seltene Ausnahme von der Regel: „Da muss jemand schon sehr genau wissen, was er musikalisch will. Wie Frizz.“

Derart geadelt, machte sich Frizz Feick daran, die Idee vom Projekt wahr werden zu lassen. Beide Musiker einigten sich – Song für Song wanderte durchs Netz – auf das Lied der Wahl. Als Quartiermeister für den berühmten Bassisten hatte der Ahnser Liedermacher einem im Sinn, von dem er wusste, dass dieser selbst nicht nur seit Jahrzehnten Bewunderer Hattlerscher Bassqualität und selbst Musiker war, sondern zudem seit langem per E-Mail in Kontakt zu diesem stand: Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe. Dem verschlug es, als Feick seine Bitte vortrug, fast die Sprache: „Ja, wie geil ist das denn?“

Szenenwechsel: Am vergangenen Montag sind sich die drei im Bückeburger Schloss erstmals „wirklich“ begegnet. Die Aufnahme des Songs „Laura Mental“ für Feicks neues Album „Blaupause“ sollte im Musikzimmer des Fürsten stattfinden. Tontechniker Oliver Hartmann hatte dort die erforderliche Technik schnell hergerichtet. Ein bisschen warmspielen, und schon ging’s los. Langes Proben entfiel, dank Internet-Datenaustausch waren alle Beteiligten mit dem Material bestens vertraut. Kaum eine halbe Stunde später war die Aufnahmesession bereits beendet.

Für Frizz Feick war diese musikalische Begegnung „eine Riesengeschichte“, für Hellmut Hattler Ausdruck der „Wertschätzung für das, was Frizz macht.“ Und ein Spaß, der virtuell begann und real wurde war’s allemal. Übrigens nicht nur für Feick, Hattler und Hartmann.

Während die Recordingsession lief, hatte Fürst Alexander sich dezent zurückgezogen, sein Musikzimmer den agierenden Musikern überlassen. Kaum war das Aufnahmeprozedere beendet, vergrößerten fünf nicht nur, aber auch virtuelle Freunde des Schlossherrn die Runde, und gemeinsam ging’s in die „Falle“, wo der Abend plaudernd zur Nacht und diese zum Morgen wurde.“

© Landes-Zeitung, Bückeburg, 22. August 2007 | von Thomas Meinecke

Frizz mit Doppelzett

Die Wette, in 111 Tagen ein Album aufzunehmen, bescherte den Fans von Frizz – so die von ihm bevorzugte Schreibweise seines Vornamens – Feick rund 50 Minuten Musik, die der Sänger und Songschreiber als „elektro-akustischen Pop-Jazz“ beschreibt. „bLaUpAuSe“ heisst die dritte CD des in Bückeburg geborenen Künstlers, die im Mai erschienen ist. Arbeitet er nicht gerade an eigenen Songs, bringt Feick seinen 21 Musikschülern das Klavier-, Keyboard- und Saxophonspiel bei. Oder er streift mit den beiden Bernhardinermischlingen Buddha und Lulu durch die Felder und Wiesen rund um seine Heimat. Diese findet er einfach toll. Genauso wie das Schaumburger Land, das er leidenschaftlich gerne mit dem Bike immer wieder neu entdeckt.

Was kostet ein Liter Milch?
Nicht die Welt, aber Kühe viel Mühe.

Was kommt bei Ihnen auf gar keinen Fall auf den Tisch?
Tiere, die mir namentlich bekannt sind.

Was liegt bei Ihnen auf dem Nachttisch?
Nachtisch? Upps, da war noch ein „t“….Mal davon abgesehen, dass ich gar keinen Nachttisch habe, neben meinem Bett liegen MP3-Player mit Kopfhörern, stapelweise Ungelesenes, ein Notizbuch, ein Bleistift und mindestens ein Hund.

Was ärgert Sie maßlos?
Intoleranz. Oberflächlichkeit. Reißbrettmusik.

Was würden Sie als erstes ändern, wenn Sie einen Tag Bundeskanzler wären?
Es gäbe einen fernsehfreien Tag in der Woche und einen fleischfreien. Und einen mit Fahrverbot. Das gelte für Tiertransporte auf den Autobahnen ganzjährig. Dieses Land braucht wieder mehr subventionierte Kultur. Und damit meine ich nicht Comedy. Vielleicht auch mal ein Free-Jazz-Konzert im Bundestag, das säubert das Hirn. Empfehlen würde ich aber auf jeden Fall mehr Lächeln im Alltag. Abschließend fällt mir noch ein, dass ich die Nahrungsaufnahme in geschlossenen Räumen verbieten würde, das riecht immer so nach Essen.

Mit welcher Persönlichkeit der Geschichte hätten Sie sich gerne getroffen und warum?
Ich glaube, ich wäre sehr gerne mal mit Linda McCartney vegetarisch essen gegangen, um dann mal so richtig über Yoko Ono abzulästern.

Was ist für sie die beste Erfindung? Und warum?
Das Internet, obwohl es natürlich die Erfindung der Elektrizität voraussezzt. Ich bin überwältigt, wie einfach es geworden ist, an Informationen zu gelangen. Mal davon abgesehen wie schön, innerhalb kürzester Zeit mit der ganzen Welt zu kommunizieren.

Was halten Sie für vollkommen verzichtbar?
Milchreis mit Zimt.

Welche Laster haben Sie?
Laster? Ich habe Speditionen!

Worüber können Sie lachen?
Über mich und dafür bin ich dankbar.

Was wäre Ihr Traumberuf und warum wäre er das?
Ich habe das Glück, diesen Traum verwirklichen zu können. Der Frage: “Und davon kann man leben?“ schicke ich mittlerweile ein lapidares „nicht immer, aber dafür!“ entgegen.
In meinem nächsten Leben werde ich Tierarzt, das ist wenigstens ein vernünftiger Beruf.

Wie würden Sie einem Blinden Ihr Äußeres beschreiben?
Segelohr rechts. Ständig unrasiert. Karpfennase. Kuhaugen. Durchschnitt.

Eine Woche Wilhelmstein – was nehmen Sie mit?
Ein Boot.

Was ist Ihre Schaumburger Lieblingsecke?
Nicht weit und zu Fuss in 5 Minuten erreichbar: die Masch zwischen Ahnsen und Vehlen. Jeden morgen, bei jedem Wetter.

Was ist für sie ein perfektes Wochenende?
Ausschlafen. Sonne. Frühstück im Garten. Freunde treffen. Durch den Schaumburger Wald biken. Lesen unterm Apfelbaum. Und am Abend mit den Hunden zum Golfplazz, Bälle suchen und dann bei ebay verhökern.

„Feick kam erfrischend entspannt daher. Kongenial von Uli Meyer an drei Saxophonen, zwei Bass-Gitarren und einer Bass-Klarinette begleitet und unterstützt, holte er 15 musikalische Kostbarkeiten aus den Regalen, die allesamt den Geschmack des Publikums trafen (…) Die Gewandtheit des Ahnsers, das Auditorium in den Pausen zwischen den Stücken lässig und locker in die Ausgehlaune des Hier und Jetzt zurückzufabulieren, hat den Umzug von der grossen Bühnenbesetzung in die balladeske Budike gottlob unbeschadet überstanden.“
Landeszeitung

„Es gibt bisweilen Interpreten in der Musikszene, die kann man schon fast blind akzeptieren. Gemeint ist der Sänger und Songwriter Frizz Feick. Nach einem Jahr kreativer Schaffenspause hat sich der Vollblutmusiker beim Start der jüngsten „Nachtausgabe“ in der Kundenhalle der Volksbankhauptstelle mit einem kurzweiligen „Abend im Balladenladen“ zurückgemeldet. Gemeinsam mit seinem Wunschpartner Uli Meyer (Saxophon) begeisterte Feick (Keyboard und Gesang) mit Rhythmus pur und phantastischen Improvisationen das hingerissene Publikum.“
Schaumburger Wochenblatt

„Textilien, Musikalien, Geflügel, Vokaleusen und Produktion Frizz Feick“, stand stolz auf seiner 97er CD „Früh genug“, auf der er bewies, dass sehr gute Songs bestens funktionieren, wenn sie blank liegen: ein bisschen Piano, ein bisschen Gesang. Auch im Zweiergespann mit Christian Flohr am Bass entfaltet sich der ruhige Jazz-Pop ganz hervorragend.“
Schädelspalter, Hannover

„Witzig, charmant und auch ein wenig sentimental klingen die Texte, in denen Sänger und Multiinstrumentalist Frizz Feick seine Beobachtungsgabe ausleben kann. Sein neues Album „Panama“ (Megaphon), das er mit warmen Farben aus Rock, Pop, Latin und Jazz angereichert hat, ist der Beweis dafür, dass deutsche Sprache nicht schwere Sprache sein muss.“
freundin

„Vollblutmusiker Frizz Feick konnte sich hier nicht entscheiden: Rock,Pop, Latin und Jazz gehen auf „Panama“ eine unverwechselbare Mischung ein. Von der einfühlsamen Ballade bis zum hitverdächtigen Pop-Song ist alles vertreten.“
Laura

„Seine balladenhaften Songs – die reinsten Wellness-Minuten für´s Ohr.“
Bildwoche

„Deutsche Jazz-Popper sind so selten, dass wir nicht umhinwollen, gleich den besten zu empfehlen. Begnadeter Texter.“
rtv-das Fernsehmagazin

„Hat man diese CD einmal gehört, kommt man nicht mehr von ihr los.“
Trendjournal

„Wortgewandt sind die Texte, denen Feick mit seiner unverwechselbaren Charakterstimme Leben einhaucht und die Eingängigkeit der Stücke mit Erfolg davor bewahren, hier und da in die Belanglosigkeit abzudriften. Anspieltipp: alle! Ein schönes Album.“
Bassprofessor

„Frizz Feicks heisses Pop-Album „Panama“ ist mit seiner hervorragenden Stil-Mixtur aus Pop, Latin, Jazz und Rock mit humorvoll – hintergründigen Texten dazu bestens geeignet, die Stimmung zu heben.“
Gitarre Exklusiv

„Frizz Feick gelingt mit „Panama“ eine Vorzeigeproduktion.“
Schaumburger Nachrichten

„Der Vollblutmusiker und Multi-Instrumentalist Frizz Feick startet auf seiner CD so groovy, wie man es von deutschen Sängern nicht gewohnt ist. (…) Ein neuer Stern am Pop-Firmament?“
Aschaffenburger Stadtmagazin

„Diese CD ist so nett, relaxt und unbemüht, dass man sie erst mal gar nicht zuordnen mag. Keine Grönemeyerei, keine gezwirbelten Metaphern.“
Prinz Hannover

„Feick´s Markenzeichen sind seine bestechenden Songwriter-Qualitäten und seine markante Stimme.“
Frankfurter Neue Presse

„Da reimt sich „famoser“ schon mal auf „Ponderosa“, ist aber ein angenehmer Kontrast zur ewigen Meine-Reime-sind-wie-keine-Leier aus der Hip-Hop-Ecke.“
Hannoversche Allgemeine

„Frizz Feick hat die Gabe, hingebungsvolle Stimmungen zu verbreiten, ohne in Sentimentalität abzurutschen. Bei allem Gefühl hat er immer ein Augenzwinkern parat.“
Fleschmagazin

„Im beswingt-lässigen Songwriteranzug singt der auch als Instrumentalist versierte Frizz Feick von den Beziehungen zwischen den Geschlechtern.“
Jazzthetik

„In eine bestimmte Schublade ist er nicht zu stecken, dafür ist er zu vielfältig und auch ein wenig extravagant. Seine neue CD „Panama“ birgt viele Überraschungen und zeigt das grosse Spektrum des Sängers und Musikers.“
Dewezet

„Für wahre Begeisterungsstürme sorgte der Songwriter und Musiker Frizz Feick.“
Landeszeitung

„Er macht Gefühle und Stimmungen hörbar und versteht es, seine Zuhörer zurückzuversetzen in die schönsten, banalsten und wichtigsten Momente ihres Lebens.“
Hallo Sonntag

„Wenn ich Dich nie wiederseh, ist das noch immer früh genug“ lautet eine Zeile. Frizz Feicks Zuhörer an diesem Abend werden da ganz anderer Meinung sein.“
Leine-Zeitung

„Frizz Feick sorgte für kollektive Gänsehaut.“
Ostsee-Zeitung

„Die passende rauhe Stimme, teils ironische, teils auch melancholische Texte und das richtige Gefühl für die Stimmung der Lieder. Frizz Feick wusste zu beeindrucken.“
Grevener Anzeiger

„Es sind Lieder voller Poesie.“
Nordsee-Zeitung

„Man darf auf die weitere Entwicklung dieses hochtalentierten und ambitionierten Künstlers sehr gespannt sein.“
Ems-Zeitung

„Ein Wechselspiel von frecher Ironie und zarter Poesie.“
Volksstimme

„Grossartiger Frizz Feick gastierte Samstag in der Kulturschmiede.“
Grevener Zeitung

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